Euripides Alcestis 1006-1163

ed. Gilbert Murray

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Alcestis. Euripides. ed. Gilbert Murray. Oxford. 1902.

Funding provided by Tufts University.

Current edition Perseus

Ἄλκηστις (Greek) (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. I. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1902.)

Translations (3)
Alcestis Perseus (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. I. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1906.) — 1006-1160 focus
Alcestis (OCR draft) Experimental (Alcestis. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1841; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 1, Heidelberg: C. F. Winter, 1841. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 1006 focus
Doch siehe, dort kommt, wie mich dunkt, Alkmene's Sohn
Zu deinem Heerd, Admetos, wiederum zurück.
(Herakles tritt auf, ein verschleiertes Weib führend.)
Nicht aus Verachtung, oder weil ich haßte dich,
Verbarg ich meines Weibes jammervolles Loos.
Nein, neues Leid nur fügte sich zum alten Leid,
1010
Wenn du in eines andern Freundes Haus entwichst;
Und mir genügt' es, jammert' ich um mein Geschick.
Doch dieses Weib, ich bitte, wenn es möglich ist,
Laß einen Andern, welcher nicht mein Leid erfuhr,
Bewahren, König; hast du doch der Freunde viel
1015
In Pherd; nicht an meinen Kummer mahne mich.
Ich könnte niemals dieses Weib im Hause sehn,
Und ohne Thränen bleiben; drum geselle mir
Nicht Leid zu Leide; mich beschwert mein Gram genug.
Und wo beherbergt' ich im Haus das junge Weib?
1020
Denn daß sie jung ist, zeigt Gewand und Schmuck mir an.
Sie sollte wohnen, wo das Männervolk verkehrt?
Wie wird sie schuldlos bleiben, unter Jünglingen
Verweilend? Jugendlichen Troz zu båndigen,
Ist schwer, Herakles, und das Deine liegt mir an.
1025
Bewirth' ich bergend im Gemach der Todten sie?
Wie führt' ich sie zu meines Weibes Lager ein?
Zwiefachen Tadel fürcht' ich: erst von Pherd's Volk,
Daß Einer schilt, ich habe, die mir wohlgethan,
Verrathen, ruh' in eines andern Weibes Arm;
1030
Und viele Rücksicht schuld' ich dann der Todten auch;
Denn meiner Achtung ist sie werth. Du aber, Frau,
Alkesten gleichst du, wisse, wer du immer seist,
An Körperbildung, Ebenmaaß der Wohlgestalt.
D, bei den Göttern! Schaffe mir dies Weib hinweg
1035
Aus meinen Augen, quåle mich Gequalten nicht!
Denn wenn ich so sie sehe, glaub' ich mein Gemahl
Bu schaun; mein Herz wird traurig, und ein Thränenstrom
Bricht aus den Augen. Wehe mir Unseligen!
Welch herber Kummer, den ich eben kosten muß!
1040
Dhatt' ich solche Macht von Zeus, um dein Gemahl
Aus Hades' Hause wieder an das Sonnenlicht
zu führen, diesen Liebesdienst an dir zu thun!
1045
Ich will sie denn berühren, wie der Gorgo Haupt.
Vielfache Gestalt hat der Götter Geschick;
1130
Gar Vieles verhångt unerwartet ihr Rath,
Und was du gewähnt, vollendet sich nicht;
Zum Unmöglichen findet die Bahn ein Gott.
So endete dieses Begegniß.