Dies Loos, Admetos, tragen heißt die strenge Noth.
Denn nicht der erste bist du, noch der lezte Mann,
Der solch ein edles Weib verlor. Erkenne denn,
Den Tod bezahlen alle wir als eine Schuld.
410
Admetos.
Das weiß ich, und nicht plozlich hat mich solches Leid
Bestürmt; ich ahnt' es lange schon und hårmte mich.
Doch diese Todte will ich nun bestatten gehn;
Ihr bleibt indessen, und dem unterirdischen,
Dem unerbittlichen Gotte singt ein Wechsellied!
415
Doch ganz Thessalien, über das mein Speer gebeut,
Es theile trauernd meinen Schmerz um diese Frau
Durch abgeschorne Locken und ein schwarzes Kleid;
Und die ihr Viergespann' und Einzelrosse lenkt,
Trennt ihre Mähnen mit dem Stahl vom Nacken ab!
420
Auch werde nicht der Lyra, nicht der Flöte Ton
Zwölf volle Monden mehr gehört in dieser Stadt:
Denn keinen theurern Todten, der mich so geliebt,
Werd' ich hinfort begraben. Wohl verdiente sie
Von mir die Ehre; denn sie starb allein für mich.
425
Strophe 1.
(ab.)
Chor.
Alcestis. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .