Ich will sie denn berühren, wie der Gorgo Haupt.
Herakles.
Du hast sie?
1090
Admetos.
Ja.
Herakles.
So wahre sie; du rühmst dereinst,
Ein edler Gastfreund dunke dir der Sohn des Zeus.
Sieh an das Mädchen, ob sie deinem Weibe gleicht,
Und so verbanne deinen Gram, des Glückes froh!
Admetos.
Was sag' ich, Götter? Unverhoffte Wunderschau!
Erblick ich wahrhaft mein Gemahl hier, oder hat
1095
Mit eitler Wonne täuschend mich ein Gott erschreckt?
Herakles.
Mitnichten! Wirklich sichst du hier dein Ehgemahl.
Admetos.
wär's ein Luftgebilde nicht aus Hades' Haus!
Herakles.
Nicht einen Zauberer machtest du zum Freunde dir.
Admetos.
So seh' ich wahrhaft mein Gemahl, das ich begrub?
1100
Herakles.
Gewiß. Du glaubst nicht an dein Gluck, mich wundert's
Admetos.
nicht.
Berühr' ich, red' ich mein Gemahl als lebend an?
Herakles.
Sprich nur! Du hast nun Alues, was du dir gewünscht.
Admetos.
meiner Liebsten Aug' und Leib! Ich habe dich,
Dich wieder, die ich nimmermehr zu sehn gehofft.
1105
Herakles.
Du hast sie; fern nur bleibe dir der Götter Neid!
Admetos.
du, des allerhochsten Zeus erhabner Sohn,
Sei glücklich, und der dich gezeugt, walt über dir!
Du hast allein mich aufgerichtet wiederum.
Wie brachtest du die Todte nur an's Licht zurück?
1110
Herakles.
Ich rang im Kampfe mit dem Herrn der Todtenwelt.
Admetos.
Sprich, wo bestandst du diesen Streit mit Thanatos?
Herakles.
Am Grabeshügel saßt' ich ihn im Hinterhalt.
Admetos.
Warum so lautlos aber steht mir diese da?
Herakles.
Noch darfst du nicht vernehmen ihrer Stimme Ruf,
1115
Bevor die Todesweihe wiederum von ihr
Genommen, und das dritte Tageslicht erscheint.
Nun führ' hinein sie, und hinfort Gerechtigkeit,
Admetos, übend, bleibe hold den Fremdlingen.
und lebe wohl! Ich will den anbefohlnen Kampf
1120
Vollziehn dem Herrscher, Sthenelos' erhabnem Sohn.
Admetos.
D bleibe bei uns und verweil' an meinem Heerd!
Herakles.
Das wird gescheh'n noch; aber eilen muß ich jezt.
Admetos.
So lebe glucklich, kehre bald zu mir zurück!
Die Bürger heiß ich und das ganze Königreich
1125
Chortánze feiern ob des uns gewordnen Heils,
Und auf Altären dampfe froh Rindopferdust!
Denn umgewandelt hat sich nun in's Bess're mir
Das Leben; låugnen will ich nicht mein hohes Glück.
Chor.
Alcestis. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .