„Auch in dieser unserer Lage, ihr Athener und
Bundesgenossen, dürfen wir die Hoffnung nicht sinken lassen.. Schon Manche
find aus noch schlimmeren Lagen, als diese ist, gerettet worden!
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Macht euch auch nicht allzuviel Vorwürfe wegen der Niederlagen und
des jetzigen ganz unverdienten Unglücks. Ich selbst bin ja nicht
kräftiger, als Einer von euch — denn ihr seht ja, wie mich die
Krankheit zugerichtet hat; und obgleich ich in meinem Privatleben und in
anderer Beziehung vom Glück nicht weniger begünstigt schien, als
irgend Einer, so schwebe ich nun doch in derselben Gefahr, wie der
Allerletzte. Und doch habe ich immer in frommer Verehrung der
Götter ihrem Dienst eifrig obgelegen und gegen die Menschen gerecht und
ohne Gehässigkeit gehandelt. Aber grad darum ist mein Blick in die
Zukunft auch voller Zuverficht, und unser Unglück schreckt mich nicht,
wie es sonst wohl könnte. Leicht dürste es jetzt bald fein Ende haben!
Denn das Glück der Feinde hat schon sein Maß voll gemacht, und
wenn unser Kriegszug vielleicht den Neid einer Gottheit erregt hat,
so sind wir schon hinlänglich geschlagen. Es haben ja auch schon
Andere solche Kriegszüge gegen Andere unternommen und find für
ihr menschliches Thun nur erträglich gezüchtigt worden; und so
dürfen auch wir hoffen, daß die Gottheit uns jetzt gnädiger sein werde,
denn wir sind jetzt schon mehr ihres Mitleids würdig, als des Neides.
Schaut doch nur auf euch selber, wie trefflich gerüstet und wie
zahlreich ihr da in geschlossener Ordnung marschirt! So fürchtet euch
also nicht zu sehr, und bedenket, daß ihr für euch schon eine Stadt
bildet, wo immer ihr euch festsetzen werdet, und daß kein anderer
Staat auf Sieilien weder euren Angriff leicht aushalten, noch auch,
wenn ihr euch wo festgesetzt hättet, euch verjagen könnte. Daß der
Marsch so sicher und geordnet als möglich sei, dafür müßt ihr selber
sorgen, und Jeder soll denken, daß der Platz, auf dem er zu fechten
gezwungen wird. nur durch seinen Sieg ihm Vaterland und Festung
wird. Wir müssen aber eilen und Nacht wie Tag marschiren, denn
wir haben nur wenige Lebensmittel, und erst wenn wir einen
befreundeten Platz der Sikuler erreicht haben, die aus Furcht vor den
Syrakufanern noch treu zu uns halten, dürft ihr glauben in Sicherheit
zu fein. Es find schon Leute an sie vorausgeschickt, daß sie uns
entgegenkommen und LebenSmittel mitführen sollen. Ueberhaupt aber,
ihr Soldaten, müßt ihr bedenken, daß ihr euch als tapfere Männer
erzeigen müsset, denn kein Platz ist in der Nähe, in den ihr in
muthloser Flucht euch retten könntet; und wenn ihr euch jetzt durch die
Feinde durchschlagt, so werdet ihr Andern das wiedersehen, wonach
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eines Jeden Herz sich sehnt, und ihr Athener werdet die große Macht
'eurer Vaterstadt, wenn sie auch herabgesunken ist, wieder aufrichten;
denn Männer sind der Staat, und nicht Mauern oder Schiffe ohne
Männer." '