In dem nun folgenden Winter waren durch das große
Unglück der Athener in Sicilien alle Hellenen sofort in große Erregung
versetzt worden. Diejenigen von ihnen, welche sich bis dahin keiner
Partei angeschlossen hatten, glaubten sich nicht länger mehr des
Krieges enthalten zu dürfen, auch wenn Niemand sie dazu auffordere,
sondern aus eigenem Antrieb müsse man gegen die Athener losgehen.
Denn sie glaubten, wenn die Athener nur in Sicilien gesiegt hätten,
so würden sie dann auch über jeden von ihnen ohne Ausnahme
hergefallen sein, und jetzt, dachten sie, könne der Krieg nur mehr kurze
Zeit dauern, und gleichwohl sei es ehrenvoll, sich noch daran zu
betheiligen. Die Genossen der Lakedämonier ihrerseits zeigten jetzt
noch größeren BundeSeiser als früher, um sich so rasch als.möglich
von so großer Bedrängniß zu befreien; vor Allem aber waren die
Unterthanen der Athener selber bereit, abzufallen, ohne Berechnung
ihrer eigenen Mittel, da sie Alles nur nach ihrer Leidenschaft
beurtheilten und nicht einmal so viel Ueberlegung behielten, um daran
zu.denken, wie sie auch nur für den folgenden Sommer sich zu halten
im Stande wären. Der Staat der Lakedämonier aber gewann auS
all diesen Umständen neuen Muth, zumal da auch wohl die
Bundesgenossen aus Sicilien, nachdem ihnen die Noth zu einer Flotte
verholfen, bei Frühlingsanbruch mit großer Macht zu ihnen stoßen
würden. Da sie so von allen Seiten in zuversichtlicher Hoffnung
waren, so gedachten sie, sich ganz rücksichtslos dem Krieg zu widmen,
indem sie überlegten, daß sie nach dessen glücklicher Beendigung für
die Zukunft auS einer so großen Gefahr befreit sein würden, wie
Seitens der Athener sie ihnen gedroht hätte, wenn diese die Sikelische
Macht zu der ihrigen gewönnen hätten, und daß sie, wenn jene erst
gestürzt seien, die Obmacht über ganz Hellas ganz sicher in der
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Hand haben wurden.