Als es nun Tag geworden war und die Syrakusaner und
ihre Bundesgenossen sahen, daß die Athener entwischt seien, so
beschuldigten die Meisten von ihnen den GylippoS', er habe sie
absichtlich entkommen lassen. Doch machten sie sich allsogleich zur
Verfolgung auf, und da leicht zu sehen war, wo jene marschirt seien, so
trafen sie um die Zeit des Frühmahls auf sie. Als sie nun mit den
Leuten des Demosthenes zusammenstießen, welche die Nachhut hatten
und langsamer und unordentlicher marschirten, da sie in der Nacht in
Verwirrung gerathen waren, so fielen sie dieselben allsogleich mit den
Waffen an, und die Reiterei der Syrakusaner schloß sie mit leichter
Mühe ein, da sie von den Vorderen getrennt waren, und trieb sie auf
einen Platz zusammen. Das Heer des Nikias indeß hatte einen
Vorsprung von fünfzig Stadien (1Meile), denn Nikias führte sie in
größerer Schnelle, indem er glaubte, ihre Rettung liege jetzt nicht
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darin, freiwillig Stand zu halten und zu fechten, sondern darin,
möglichst rasch weiter zu ziehen und sich nur so weit in Gefechte
einzulassen, als man durchaus dazu gezwungen werde. Demostyenes aber
hatte größere und ununterbrochene Anstrengungen gehabt, da er die
Nachhut bildete und die Feinde über ihn zuerst herfielen, und als er
jetzt sah, daß die Syrakusaner ihn verfolgten, so stellte er sich,
anstatt weiter zu marshciren, in Schlachtordnung, bis er über diese
Verzögerung von jenen ganz eingeschlossen wurde und nun mit sammt
seinen Athenern in die größte Bestürzung gerieth. Sie sahen sich
nämlich abgeschnitten und auf einen Platz zusammengedrängt, den
ringsum eine Mauer einschloß, mit Ausgängen aus beiden Seiten,
und der mit vielen Oelbäumen bepflanzt war, und von allen Seiten
wurden sie beschossen. Solcher Angriffe nämlich bedienten sich die
Syrakusaner anstatt des Kampfes Fuß an Fuß, und mit Recht, denn
einen Nahkampf mit verzweifelten Menschen zu wagen, mußte eher
zum Nutzen der Athener ausfallen, als zum ihrigen; und dann
wollten sie auch, weil sie schon ganz entschieden im Glück waren, ihre
Leute schonen und nicht noch zu guter Letzt aufreiben lassen, da sie
ohnehin auf diese Art die Athener gänzlich aufreiben und in ihre
Gewalt bringen würden.