um Sunion herum und gingen zwischen Thorikos und Prasiai
vor Anker und kamen später in Oropos an. Die Athener
aber schickten, wiewohl sie dabei wegen des Aufruhrs in der
Stadt auch auf ungeschulte Mannschaft greifen mußten, gleich
eine Flotte unter Thymochares nach Eretria, da sie Euboia,
das bei der Sperre von Attika ihr alleS war, um jeden Preis
schützen wollten. Dort angekommen war ihre Flotte mit den
schon vorher bei Euboia befindlichen Schiffen sechsunddreißig
Segel stark und auch gleich genötigt, eine Schlacht zu liefern;
denn Agesandridas war morgens nach dem Frühstück mit seinen
Schiffen von Oropos in See gegangen. Oropos ist von der
Stadt Eretria zur See etwa sechzig Stadien entfernt. Als
er mit seiner Flotte herankam, wollten auch die Athener ihre
Schiffe sogleich bemannen und glaubten, ihre Leute befänden
sich dort in der Nähe, die aber mußten sich ihr Frühstück aus
den Häusern weit hinten in der Stadt holen, da sie es auf
dem Markte nicht einkaufen konnten, weil die Einwohner dort
absichtlich nichts verkauften, um den Feinden Gelegenheit zu
geben, die Athener, wenn sie ihre Leute nicht so schnell an
Bord bringen könnten, zu überfallen und zu nötigen, ihre Schiffe
mit der zufällig grade zur Stelle befindlichen Mannschaft aus
dem Stegreif ins Gefecht zu führen. Zu dem Ende hatte man
auch den Feinden in Oropos von Eretria auS ein Zeichen ge
geben, wann sie auslaufen müßten. So unvorbereitet also
gingen die Athener in See und lieferten vor dem Hafen von
Eretria eine Schlacht. Trotzdem hielten sie eine Zeitlang
stand, wurden dann aber geschlagen und nach dem Lande zu
verfolgt. Am schlimmsten erging es denen, die sich in die
ihnen vermeintlich freundlich gesinnte Stadt Eretria flüchteten,
hier aber von den Einwohnern umgebracht wurden. Die aber,
welche sich in die in den Händen der Athener befindliche Burg
flüchten konnten, kamen noch gut davon; ebenso auch die
Schiffe, welche nach Chalkis gelangten. Die Peloponnesier
eroberten zweiundzwanzig athenische Schiffe, deren Mannschaft
sie teils töteten, teils zu Gefangenen machten, und errichteten
ein Siegeszeichen. Bald nahcher brachten sie ganz Euboia zum
Abfall bis auf Oreos, das die Athener selbst in Besitz genommen
hatten, und ordneten die Verhältnisse der Insel in ihrem Sinne.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.