solchen Verfassungsänderung am wenigsten wissen wollten und
an der Spitze tsanden, Phrynichos, der damals als Feldherr
in Samos gegen Alkibiades aufgetreten war, Aristarchos, schon
immer einer der entschiedensten Gegner der Volkspartei, und
andere besonders einflußreiche Männer, hatten schon früher,
gleich nachdem sie zur Herrschaft gelangt und die Truppen in
Samos ins demokratische Lager übergegangen waren, Gesandte
nach Lakedämon geschickt, um über den Frieden zu verhandeln,
auch mit dem Bau von Festungswerken auf Eetioneia begonnen.
Nach Rückkehr ihrer Gesandten trieben sie das alles nur um
so eifriger, da sie so viele und selbst solche ihrer bisherigen
Anhänger, deren sie völlig sicher zu sein glaubten, die Farbe
wechseln sahen. Aus Furcht vor den ihnen in Athen und
von Samos drohenden Gefahren schickten sie Antiphon und
Phrynichos mit zehn anderen eiligst nach Lakedämon mit der
Weisung, unter allen Umständen ein allenfalls erträgliches
Abkommen mit den Lakedämoniern zu treffen. Auch an den
Festungswerken auf Eetioneia ließen sie jetzt noch eifriger
arbeiten. Die aber sollten, wie Theramenes und seine Ge
sinnungsgenossen behaupteten, gar nicht dazu dienen, die Flotte
von Samos im Falle eines Angriffs auf den Peiraieus au
der Einfahrt zu hindern, sondern um feindliche Schiffe und
Truppen jederzeit nach Belieben dort aufnehmen zu können.
Eetioneia ist nämlich eine vorspringende Landspitze am Ein
gange des Peiraieus, und das Fahrwasser führt unmittelbar
daran vorbei. Die dort neu angelegten Werke aber wurden
dergestalt mit der auf der Landseite schon bisher vorhandenen
Mauer verbunden, daß man nur eine geringe Besatzung hinein
zulegen brauchte, um die Einfahrt zu beherrshcen. Denn grade
bei dem einen der beiden Türme an der engen Hafenmündung
endete sowohl die alte Mauer von der Landseite her als auch
die neue, an der See angelegte, nach innen. Dazwischen er
bauten sie im Orte eine sich unmittelbar an sie schließende
geräumige Schranne, die sie selbst in Betrieb nahmen, und
zwangen alle, ihr schon angebrachtes oder künftig einzuführendes
Getreide darin auszuladen und von dort in den Handel zu
bringen.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.