von Samos mit allen Schiffen nach Sinne, ohne sich gegen
die Flotte bei Knidos zu wenden oder von ihr angegriffen zu
werden. In Syme erbeuteten sie das dort vorgefundene Schiffs
gerät, machten dann noch einen Angriff auf Loryma am Fest
lande und kehrten darauf nach Samos zurück. Die Schiffe
der Peloponnesier, die nunmehr alle bei Knidos vereinigt waren,
wurden, soweit nötig, dort wieder instand gesetzt. Die elf
Lakedämonier aber besprachen sich mit Tissaphernes, der sich
dort ebenfalls eingefunden hatte, sowohl über die bisherige
Kriegführung und die dabei ihrer Ansicht nach gemachten Fehler,
als auch darüber, wie man den Krieg im beiderseitigen Inter
esse von nun an werde führen müssen. Namentlich Lichas
unterzog das bisherige Verfahren einer scharfen Kritik und
erklärte, daß die beiden Verträge, sowohl der des Chalkideus
als der des Therimenes, sehr ungeschickt gefaßt seien. Es sei
doch unerhört, wenn der König die Herrschaft über alle Länder
beanspruchen dürfe, die er selbst oder seine Vorfahren früher
mal besessen; denn dann würden ja alle Inseln wieder unter
das persische Joch kommen, ja selbst Thessalien, die Lokrer und
ganz Griechenland bis Böotien, die Lakedämonier also den
Griechen nicht die Freiheit, sondern Perserherrschaft gebracht
haben. Er verlangte deshalb, man solle einen anderen, besseren
Vertrag schließen oder wenigstens den früheren als nicht vor
handen betrachten; an dem Unterhalt für die Truppen sei ihm
obendrein nichts gelegen. Tissaphernes aber nahm das sehr
übel und zog verstimmt und unverrichteter Dinge wieder ab.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
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