auch Thrasylos sogleich mit fünfundfunfzig Schiffen von Samos
in See, um ihm und seiner Flotte den Weg nach dem Cher
sones zu verlegen. Als er hörte, daß er in Chios sei, dachte
er ihn dort festzuhalten und stellte auf Lesbos und dem gegen
überliegenden Festlande Wachen aus, um aufzupassen, ob und
wohin sich die Schiffe etwa in Bewegung setzen würden, da
mit sie ihm nicht heimlich entkämen. Er selbst fuhr mit seiner
Flotte nach Methymna, um von Lesbos aus Angriffe auf
Chios zu unternehmen, und ließ für den Fall, daß die Sache
sich in die Länge zöge, Mehl und andere Vorräte herbeischaffen.
Zugleich wollte er, da Eresos auf Lesbos sich empört hatte,
sich gegen dieses wenden und es womöglich erobern. Einige
der angesehensten politischen Flüchtlinge aus Methymna näm
lich waren mit etwa fünfzig freiwilligen Hopliten und einer
Anzahl auf dem Festlande geworbener Söldner, im ganzen
ihrer etwa dreihundert, an deren Spitze man mit Rücksicht
auf die Stammesverwandtschaft einen Thebaner, Anaxandros,
gestellt hatte, von Kyme herübergekommen und hatten zunächst
einen Angriff auf Methymna versucht. Nachdem sie von da
durch die herbeigeeilt? athenische Besatzung von Mytilene ver
trieben waren und dann noch im offenen Felde eine Nieder
lage erlitten hatten, waren sie über das Gebirge gezogen und
hatten Eresos zum Abfall gebracht. Dahin wandte sich nun
Thrasylos mit der ganzen Flotte, um es anzugreifen. Schon
vorher war auch Thrasybulos mit fünf Schiffen von Samos
dort eingetroffen, nachdem er die Nachricht von der Landung
der Flüchtlinge erhalten hatte. Da er aber zu spät nach Eresos
gekommen war, hatte er sich mit seinen Schiffen vor die Stadt
gelegt. Dazu waren dann noch ein paar vom Hellespont zurück-
kommende Schiffe und die Schiffe von Methymna gestoßen, so
daß sich dort im ganzen siebenundsechzig Schiffe befanden, mit
deren Mannschaft man nun unter Anwendung von Sturmzeug
und anderer Mittel Eresos womöglich zu erobern versuchte.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
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