Die Syrakuser aber waren gleich hinter ihnen her und be
schossen sie auch jetzt wieder mit Pfeilen und Speerwürfen.
Die Athener suchten nun so schnell wie möglich den Assinaros
zu erreichen, teils weil sie hofften, den beständigen Angriffen
der Reiterei und des übrigen Kriegsvolks weniger ausgesetzt
zu sein, wenn sie den Fluß erst hinter sich hätten, teils weil
sie aufs äußerste erschöpft waren und sich nach Trinkwasser
sehnten. Als sie an den Fluß kamen, stürzten sie ohne alle
Ordnung hinein, und jeder wollte zuerst hinüber, auch drangen
die Feinde schon- auf sie ein und ershcwerten ihnen den Über
gang. Denn da sie gezwungen waren, sich in dichter Masse
vorwärts zu schieben, so fielen sie ein übereinander, traten sich
unter die Füße, und von Spießen und scharfen Gerätschaften
durchbohrt kamen viele von ihnen gleich auf der Stelle um,
oder wurden, ineinander verwickelt, von der Strömung fort
getrieben. Inzwischen waren die Syrakuser auf das andere,
abschüssige Ufer des Flusses vorgedrungen und beschossen die
Athener von oben, während diese im Flusse tranken und sich
in dem tiefen Flußbette selbst im Wege waren. Die Pelo
ponnesier aber stiegen von oben in den Fluß hinunter und
richteten hier unter ihnen ein furchtbares Blutbad an. Das
Wasser wurde sogleich ungenießbar; trotzdem wurde es, mit
Schlamm und Blut vermischt, wie es war, immer noch von
vielen getrunken, und einer machte es dem anderen streitig.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
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