Schiffen im Hafen und beabsichtigten, dessen Einfahrt zu sperren,
damit die Athener nicht etwa heimlich mit ihrer Flotte ent
kämen. Denn es war ihnen schon nicht mehr bloß um ihre
eigene Sicherheit, sondern um Vernichtung der Athener zu tun,
da sie, und mit Recht, annahmen, daß sie ihnen nach den
jetzigen Erfolgen weit überlegen seien. Würde es ihnen doch
auch in den Augen der Griechen zu hohem Ruhm gereichen,
wenn es ihnen gelänge, die Athener und ihre Verbündeten
zu Lande und zur See zu demütigen; denn dann würden die
übrigen Griechen entweder gleich frei werden oder doch von
den Athenern nichts mehr zu fürchten haben, da diese mit dem
Reste ihrer Macht den Krieg nicht länger durchführen könnten,
sie aber den Ruhm, ihnen dazu verhelfen zu haben, und die
höchste Bewunderung der Mit- und Nachwelt davontragen.
Und in der Tat war dies für sie ein Kampf von höchster Be
deutung, schon darum, aber auch deshalb, weil es sich darin
nicht allein um einen Sieg über die Athener, sondern auch
über deren zahlreiche Bundesgenossen handelte, und sie ihn
nicht allein, sondern mit ihren Verbündeten ausfochten, dabei
neben Lakedämoniern und Korinthern die Führung hatten, ihre
Stadt zuerst in die Schanze schlugen und ihre Seemacht ge
waltig ausdehnten. Denn bei dieser einen Stadt traf eine
Menge Völker aufeinander, wenn auch nicht alle, welche in
diesem Kriege überhaupt zu den Bundesgenossen der Athener
und der Lakedämonier gehörten.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
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