fünfundzwanzig Schiffen, welche zum Schutz der nach Sizilien
abgehenden Lastschiffe der athenischen Flotte bei Naupaktos
gegenüber lagen, auf eine Seeschlacht ein, bemannten noch
einige Schiffe, so daß sie nicht viel weniger als die Athener
hatten, und gingen bei Erineos in Achaia im Gebiet der
Stadt Rhypes vor Anker. Da ihr Ankerplatz sichelförmig war,
hatte das zu ihrer Unterstützung gekommene Landheer der
Korinther und der dortigen Bundesgenossen neben ihnen zu
beiden Seiten eine Stellung auf den vorspringenden Land
spitzen eingenommen, zwischen denen die Schiffe eine geschlossene
Linie bildeten. Den Befehl über die Flotte führte der Korinther
Polyanthes. Nun gingen die Athener aus Naupaktos mit
dreiunddreißig Schiffen unter Diphilos gegen sie vor. Anfangs
rührten sich die Korinther nicht, dann aber, als es ihnen an
der Zeit schien, setzten sie sich auf ein gegebenes Zeichen gegen
die Athener in Fahrt, und die Schlacht begann. Längere Zeit
hielten beide einander die Wage. Den Korinthern wurden
drei Schiffe vernichtet, den Athenern zwar keins zum Sinken
gebracht, aber sieben außer Gefecht gesetzt, indem sie beim
Zusammenstoß vorn vor den Ruderbänken von den korinthischen
Schiffen gerammt wurden, die zu dem Ende mit tsärkeren
Sturmbalken versehen waren. Die Schlacht aber blieb un
entschieden, so daß beide Teile sich den Sieg zuschrieben. Doch
bargen die Athener die Schiffstrümmer, da sie durch den Wind »
in die offene See getrieben wurden und die Korinther den
Angriff nicht erneuerten. Damit war die Sache zu Ende,
es gab keine Verfolgung, und keiner von beiden hatte Gefangene
gemacht. Denn die Korinther und Peloponnesier, welche nahe
am Lande gefochten, konnten sich leicht retten, und den Athenern
war kein einziges Schiff versenkt worden. Als die Athener
wieder nach Naupaktos abgefahren waren, errichteten die
Korinther sogleich ein Siegeszeichen, indem sie sich den Sieg
zuschrieben, weil sie mehr feindliche Schiffe kampfunfähig ge
macht hatten und sich auch deshalb als Sieger ansahen, weil
die anderen das nicht taten. Denn die Korinther glaubten
schon gesiegt zu haben, wenn sie nicht gründlich geschlagen
waren, die Athener aber sahen die Schlacht nicht als gewonnen
an, weil sie die Gegner nicht gründlich besiegt hatten. Nach
dem die Flotte der Peloponnesier abgefahren und ihr Land
heer auseinandergegangen war, errichteten die Athener, weil
sie die Schlacht gewonnen, auch ihrerseits in Achaia ein
Siegeszeichen, etwa zwanzig Stadien von Erineos, wo die
Korinther vor Anker gelegen hatten. So verlief die See
schlacht.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
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