und Naxos zurück, um dort zu überwintern. Nachdem die
Syrakuser ihre Toten bestattet, hielten sie eine Volksversamm
lung. Hier trat Hermokrates, Hermons Sohn, vor ihnen
auf, ein Mann, der überhaupt an Einsicht keinem nachstand,
insbesondere im Kriege reiche Erfahrung gesammelt und sich
durch Tapferkeit hervorgetan hatte, und ermutigte sie, jener
Niederlage wegen ihre Sache nicht verloren zu geben. Nicht,
weil es ihnen an Mut gefehlt, seien sie geschlagen; nur ihre
Unordnung sei ihnen verderblich geworden. Auch hätten sie
ja ihre Sache über Erwarten gut gemacht, zumal sie gegen
die ersten und bestgeschulten Truppen unter den Griechen,
sozusagen als Laien gegen Fechtmeister, gekämpft. Aber auch
die Menge der Feldherren - sie hatten nämlich fünfzehn -
und der vielköpfige Oberbefehl sowie der Mangel an Ord
nung und Mannszucht unter ihren Leuten sei ihnen sehr
nachteilig gewesen. Wenn man aber nur wenige erfahrene
Feldherren anstelle und in diesem Winter das schwere Fuß
volk ordentlich ausbilde, auch, soweit es daran fehle, mit
Waffen versähe, um es so stark wie möglich zu machen, und
es überhaupt fleißig üben lasse, so hätten sie alle Aussicht,
die Feinde zu besiegen, weil es ihnen schon jetzt an Tapfer
keit nicht fehle, und sie dann auch in guter Ordnung ins
Gefecht gehen würden. Denn damit würden sie beides ge
winnen, sowohl die bessere Schulung für den Krieg, als auch
den durch das Vertrauen darauf erhöhten Kampfesmut. Sie
sollten also nur wenige und zwar mit unbeschränkter Gewalt
zu Feldherren bestellen und ihnen zuschwören, daß niemand
ihnen in ihren Oberbefehl hineinreden dürfe; dann würden
Dinge, die geheim bleiben müßten, nicht so leicht auskommen
und alle Anordnung gehörig und ohne Widerrede befolgt
werden.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.