wurden, besetzten sie einen abschüssigen, schwer zugänglichen
Höhenzug und stellten sich dort in Schlachtordnung. Die
Lakedämonier gingen auch sogleich gegen sie vor und kamen
auf Speer- und Steinwurfsweite an sie heran. Angesichts
des Angriffes auf die festungsartige Stellung rief ein alter
Kriegsmann Agis zu, er denke wohl Übel durch Übel zu
heilen, um damit anzudeuten, er wolle durch dies tolle Drauf
gehen den schimpflichen Rückzug aus Argos wieder gut
machen. Agis aber, sei es, daß er infolge dieses Zurufs, sei
es, daß er aus anderen Gründen plötzlich anderes SinneS
wurde, zog hierauf miteins, bevor es zum Schlagen kam,
mit dem Heere wieder ab. Als er ans Tege'ische gekommen
war, ließ er das Wasser, über das Mantineer und Tegeer sich
beständig in den Haaren liegen, weil es da, wohin es ab
fließt, oft Schaden anrichtet, ins Mantine'ische ableiten. Er
glaubte nämlich, wenn die Argeier und ihre Verbündeten von
der Ableitung des Wassers hörten, so würden sie dagegen
einschreiten, und wollte sie auf diese Weise veranlassen, von
ihrer Höhe herunterzukommen, und ihnen dann in der Ebene
eine Schlacht liefern. Den Tag blieb er dort und ließ daS
Wasser ableiten. Die Argeier und ihre Verbündeten waren
anfangs über den unter ihren Augen so plötzlich erfolgten
Abzug der Feinde sehr erstaunt und wußten nicht, was sie
daraus machen sollten. Als diese dann aber immer weiter
zogen und ihnen aus dem Gesichte kamen, sie selbst aber, statt
ihnen zu folgen, ruhig stehen blieben, schalten sie wieder auf
ihre Feldherren und glaubten sich von ihnen verraten; schon
einmal, als man die Lakedämonier in der Falle gehabt, hätte
man Fe entwischen lassen, und jetzt, wo sie wegliefen, denke
man an keine Verfolgung, sondern ließe sie wieder in aller
Ruhe ihrer Wege gehen. Die Feldherren wußten im ersten
Augenblick nicht, was sie machen sollten, zogen dann aber
mit dem Heere von der Höhe in die Ebene hinein, wo sie
sich lagerten und den Feind angreifen wollten.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
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