trage der Gesamtheit, sondern lediglich auf eigene Hand. Agis
aber ging darauf seinerseits ein, ohne sich mit den übrigen
zu benehmen, machte nur einem einzigen der im Heere an
wesenden Beamten davon Mitteilung und schloß mit ihnen
einen Waffenstillstand auf vier Monate, innerhalb welcher sie
ihre Zusage erfüllen sollten. Gleich darauf zog er mit dem
Heere ab, ohne einem der Bundesgenossen ein Wort zu sagen.
Die Lakedämonier und ihre Bundesgenossen fügten sich zwar
pflichtschuldig seinem Befehl, schalten aber unters sich um so
mehr auf ihn: Hier wäre doch die schönste Gelegenheit ge
wesen, dem durch Reiterei und Fußvolk von allen Seiten um
stellten Feinde eine Schlacht zu liefern, und nun so abzuziehen
und nichts erreicht zu haben, was ein solches Aufgebot von
Kräften verlohnt hätte! Und wirklich war in Griechenland
noch nie ein schöneres Heer beisammen gewesen. Man konnte
das recht sehen, als es bei Nemea noch vollständig vereinigt
war. Da waren die Lakedämonier mit ihrem ganzen Heer
bann, die Arkadier, Böotier, Korinther, Sikyoner, Pellener,
Phliasier und Megarer, alles auserlesene Truppen, die es
offenbar nicht nur mit den Argeiern und ihren Verbündeten,
sondern noch mit einem weit zahlreicheren Feinde hätten auf
nehmen können. So trat denn das Heer unter Verwünshcungen
gegen Agis den Rückzug an, löste sich auf, und alles ging
nach Hause. Noch übler aber waren die Argeier auf ihre
beiden Landsleute zu sprechen, die auf eigene Hand den
Waffenstillstand geschlossen hatten; denn auch sie glaubten, die
Lakedämonier seien ihnen bei der schönsten Gelegenheit durch
die Lappen gegangen, wo man sie hier vor den Toren der
Hauptstadt mit so viel tapferen Bundesgenossen vereint vor
der Klinge gehabt. Auf dem Rückwege am Charadrosbache,
wo sie nach einem Feldzuge noch außerhalb der Stadt Kriegs
recht zu halten pflegen, wollten sie Thrasyllos sogar steinigen;
er flüchtete sich jedoch an den Altar und kam mit dem Leben
davon; sein Vermögen aber wurde eingezogen.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.