daß die Athener darum wußten, dreihundert Mann unter
Agesippidas zu Wasser als Besatzung nach Epidauros. Die
Argeier aber beshcwerten sich in Athen darüber, daß man die
Lakedämonier auf dem Seewege durchgelassen habe, obwohl in
dem Vertrage ausdrücklich bestimmt sei, daß keiner fremdem
Kriegsvolk den Durchzug durch sein Gebiet gestatten solle.
Wenn sie nun nicht auch die Messenier und die Heloten bei
Pylos auf die Lakedämonier losließen, so würde man in Argos
darin eine Vertragsverletzung erblicken müssen. Die Athener
brachten dann auch auf Alkibiades' Rat auf der lakonischen
Säule den Zusatz an, daß die Lakedämonier den Eid gebrochen
hätten, ließen auch die Heloten aus Kranioi nach Pylos
kommen, um von dort aus Streifzüge zu unternehmen, machten
aber sonst nichts weiter aus der Sache. Im Kriege zwischen
den Argeiern und den Epidauriern kam es in diesem Winter
zu keiner ordentlichen Schlacht, sondern nur hin und wieder
zu einem Überfall aus dem Hinterhalt oder einem kleinen
Scharmützel, wobei je nachdem der eine oder der andere Teil
ein paar Tote auf dem Platze ließ. Gegen Ende des Winters
kurz vor Frühlingsanfang rückten die Argeier mit Leitern vor
Epidauros, das sie infolge des Krieges von Truppen entblößt
glaubten, um die Stadt mit Sturm zu nehmen, mußten aber
unverrichteter Sache wieder abziehen. Damit endete der
Winter und das dreizehnte Jahr des Krieges.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.