vor, wenn sie das nicht wollten, möchten sie Lepreon immerhin
behalten, dann aber, falls sie doch am Feste teilzunehmen
wünschten, sich in Gegenwart der Griechen am Altar des
olympischen Zeus eidlich verpflichten, die Strafe später zu ent
richten. Da die Lakedämonier auch das nicht wollten, blieben
sie im Feste von den Opfern und den Wettkämpfen ausge
schlossen und opferten zu Hause. Die übrigen Griechen aber
mit Ausnahme der Lepreer fanden sich zum Feste ein. Die
Eleer fürchteten jedoch, die Lakedämonier könnten die Teil
nahme an den Opfern mit Gewalt erzwingen, und ließen des
halb den Festplatz durch ihre bewaffnete junge Mannschaft
bewachen. Auch erhielten sie aus Argos und Mantinea je
tausend Mann zur Unterstützung und aus Athen Reiter, welche
das Fest über in Argos blieben. Die versammelten Fest
genossen aber waren in großer Furcht vor einem bewaffneten
Überfall der Lakedämonier, namentlich seitdem der Lakedämonier
Lichas, Arkesilaos' Sohn, auf dem Festplatze auf Befehl der
Festordner ausgepeitscht war. Dessen Gespann hatte nämlich
gesiegt; da er aber unerlaubterweise am Wettkampfe teil
genommen hatte, wurde der Preis einem böotischen Staats
gespanne zuerkannt. Da war er denn selbst in die Schranken
getreten und hatte seinen Wagenlenker bekränzt, um zu zeigen,
daß das sein Wagen wäre. Infolgedessen fürchteten sich alle
erst recht und glaubten, eS würde was geben. Die Lakedämonier
aber kamen nicht, und so verlief das Fest ungestört. Nach
dem Feste begaben sich die Argeier und ihre Bundesgenossen
nach Korinth, um die Korinther zum Anschluß an ihr Bündnis
aufzufordern. Zufällig waren dort grade auch Gesandte aus
Lakedämon anwesend. Trotz längerer Verhandlungen aber kam
es dort zu nichts, und als ein Erdbeben eingetreten war, reisten
alle wieder nach Hause. Damit endete der Sommer.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.