Gesandter um diese Zeit mit zwei Schiffen nach Italien und
Sizilien abgegangen. In Leontinoi nämlich hatte man nach
dem Frieden und dem Abzüge der Athener aus Sizilien viele
neue Bürger aufgenommen, und das Volk verlangte eine neue
Ackerverteilung. Als die vornehmen Bürger das merkten,
riefen sie die Syrakuser zu Hilfe und vertrieben die Demo
kraten, die seitdem aufs Geratewohl im Lande umherzogen.
Die Vornehmen aber schlossen einen Vertrag mit den Syra
kusern, infolgedessen sie ihre Stadt aufgaben und nach Syrakus
übersiedelten, wo sie Bürgerrecht erhalten sollten. Später ver
ließen einige von ihnen Syrakus wieder, weit es ihnen dort
nicht gefiel, und bemächtigten sich in Leontinoi eines Stadtteils
namens Phokaiai und des im Leontinischen belegenen Kastells
Brikinniai. Hier schlossen sich die seinerzeit vertriebenen Demo
traten ihnen größtenteils wieder an und machten diese festen
Plätze zu Stützpunkten kriegerischer Unternehmungen. Als die
Athener davon hörten, schickten sie Phaiax nach Sizilien, um
zu versich en, ob man nicht die dortigen Bundesgenossen und
womöglich auch die übrigen sizilischen Griechen zu einem ge
meinsamen Feldzuge gegen das allzu mächtig werdende Syrakus
bewegen und der Demokratie in Leontinoi wieder aufhelfen
könnte. Auch gelang es Phaiax nach seiner Ankunft dort,
Kamarina und Akragas für die Sache zu gewinnen. In
Gela aber wollte man davon nichts wissen. Deshalb gab er
es auf, noch andere Städte zu besuchen, die, wie er wohl
merkte, ebensowenig dafür zu haben gewesen wären, sondern
kehrte durch das Land der Sikeler nach Katana zurück, wo er,
nachdem er unterwegs noch einen Abstecher nach Brikinniai
gemacht und den Leuten dort Mut eingesprochen hatte, sich
einschiffte und wieder abfuhr.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.