Megarer und die Gesandten aus Thrakien, sich zunächst gegen
seitig eidlich zu verpflichten, daß sie Vorkommendenfalls auf
Verlangen einander beistehen und ohne Zustimmung aller mit
niemand Krieg anfangen oder Bündnisse eingehen wollten,
und so sollten dann auch die Böotier und Megarer, die hierin
einen Strang zogen, das Bündnis mit Argos schließen. Be
vor es jedoch zur Eidesleistung kam, machten die Böotarchen
den vier hohen Ratshöfen der Böotier, denen in allem die
letzte Entscheidung zusteht, hiervon Mitteilung und schlugen
ihnen vor, mit allen Städten, die es in ihrem Interesse fänden,
sich ihnen anzuschließen, ein solches Bündnis einzugehen. Die
Ratsherren aber wollten davon nichts hören, aus Furcht, den
Lakedämoniern durch ein Bündnis mit den von ihnen ab
gefallenen Korinthern Anstoß zu geben. Die Böotarchen hatten
ihnen nämlich von den Verhandlungen in Lakedämon, daß die
Ephoren A'enares und Kleobulos und ihre dortigen Freunde
ihnen geraten, erst mit Korinth und Argos und dann auch
mit Lakedämon ein Bündnis einzugehen, nichts gesagt, in der
Annahme, sie würden auch ohne dies nichts anderes beschließen,
als was sie ihnen auf Grund der vorläufigen Verabredungen
ihrerseits vorschlügen. Als die Sache auf Hindernisse stieß,
reisten die Korinther und die Gesandten aus Thrakien wieder
ab, ohne etwas zuwege gebracht zu haben. Die Böotarchen
aber, welche ursprünglich gehofft, wenn sie das erreicht, auch
das Bündnis mit Argos durchsetzen zu können, kamen nun
den Ratshöfen gar nicht mehr^mit den Argeiern, schickten
auch die Gesandten nicht nach Argos, wie sie versprochen
hatten. Die ganze Sache wurde überhaupt lau und lässig
betrieben.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
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