das von ihnen belagerte Skione; sie töteten die Männer, ver
kauften Weiber und Kinder als Sklaven und wiesen das Land
den Platäcrn als Wohnsitz an. Die Delier versetzten sie wieder
auf ihre Insel zurück, weil sie sich ihre Niederlagen zu Herzen
nahmen und ein Ausspruch des delphischen Gottes es ihnen
geboten hatte. Zwischen den Phokiern und den Lokrern kam es
zum Kriege. Die Korinther und die Argeier, welche nunmehr
Bundesgenossen waren, wandten sich auch nach Tegea, um es
zum Abfall von den Lakedämoniern zu bestimmen. Sie hofften
nämlich, wenn diese damals sehr ansehnliche Stadt sich ihnen
auch anschlösse, den ganzen Peloponnes auf ihrer Seite zu
haben. Als man ihnen aber in Tegea erklärte, man würde
sich dort auf keinerlei Feindseligkeiten mit den Lakedämoniern
einlassen, gaben die bis dahin so geschäftigen Korinther ihre
Treibereien auf und befürchteten, es würde nun niemand weiter
zu ihnen übertreten. Indessen begaben sie sich doch noch zu
den Böotiern und forderten sie auf, mit ihnen und den Ar
g geiern ein Bündnis einzugehen und weiterhin gemeinshcaftliche
Sache mit ihnen zu machen. Auch baten sie die Böotier, sie
nach Athen zu begleiten. Am auch ihnen zu dem zehntägigen
Waffenstillstände zu verhelfen, wie er zwischen den Athenern
und den Böotiern nicht lange nach dem Abschluß des fünfzig
jährigen Friedens zustande gekommen war, und, falls die Athener
sich darauf nicht einlassen wollten, den Waffenstillstand zu
kündigen und ohne sie keinen neuen Vertrag mit ihnen zu
schließen. Auf die Bitte der Korinther rieten ihnen die Böotier,
mit den Argeiischen Bündnis noch zu warten; indessen be
gaben sie sich mit ihnen nach Athen. Hier konnten sie jedoch
wegen des zehntägigen Waffenstillstandes nichts erreichen, viel
mehr erwiderten die Athener, die Korinther hätten ja schon
Frieden, wenn anders sie Bundesgenossen der Lakedämonier
wären. Trotzdem kündigten die Böotier den zehntägigen Waffen
stillstand nicht, obgleich die Korinther es verlangten und ihnen
vorhielten, sie hätten es mit ihnen verabredet. Aber auch ohne
Vertrag herrschte zwischen den Athenern und den Korinthern
tatsächlich Waffenruhe.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.