polis geschlagen und Kleon und Brasidas gefallen, die Männer,
welche auf beiden Seiten die Hauptgegner des Friedens ge
wesen waren, dieser, weil der Krieg ihm, dem glücklichen
Feldherrn, Ruhm und Ehre brachte, jener, weil er fürchtete,
in ruhigen Zeiten möchten seine schlechten Streiche eher anS
Licht kommen und seine Lügen und Verdächtigungen nichts
mehr verschlagen. Um so eifriger traten jetzt zwei Männer
für den Frieden ein, welche beide in ihrer Heimat nach der
Führerschaft tsrebten, Pleistoanax, der Sohn des Pausanias,
König der Lakedämonier, und Nikias, Nikeratos' Sohn, ein
damals besonders glücklicher Feldherr. Nikias, der bis dahin
immer Glück gehabt hatte und in diesem Rufe stand, wollte
sein Glück nicht aufs Spiel setzen und wünschte, nicht nur
selbst keine schwere Zeiten mehr zu erleben, sondern auch seine
Mitbürger davor zu bewahren und der Nachwelt den Namen
eines Mannes zu hinterlassen, unter dem seiner Vaterstadt
niemals ein Unglück zugestoßen sei. Zu dem Ende, glaubte
er, müsse man sich vor Gefahren hüten und sich auf keine
gewagten Unternehmungen einlassen, der beste Schutz vor
Gefahren aber sei der Friede. Pleistoanax dagegen wurde
seiner Zurückberufung wegen von seinen Gegnern angefeindet,
die, so oft den Lakedämoniern ein Unglück zustieß, ihnen be
ständig damit in den Ohren lagen, das komme davon, daß
man ihn rechtswidrig zurückberufen habe. Sie gaben ihm
nämlich schuld, mit seinem Bruder Aristokles die Priesterin
in Delphi angestiftet zu haben, den Lakedämoniern, wenn sie
das Orakel beschickten, immer wieder den Bescheid zu erteilen,
sie sollten den vom Halbgotte, dem Sohne des Zeus, Ent
sprossenen aus der Fremde wieder in ihr Land versetzen, sonst
würden sie mit silberner Pflugschar pflügen, wodurch die Lake
dämonier endlich bewogen seien, ihn vom Lykaion, wo er
unter dem Verdacht, seinerzeit zum Abzüge auS Attika be
stochen zu sein, als Verbannter lebte und aus Furcht vor
den Lakedämoniern ein zur Hälfte im Heiligtume deS ZeuS
befindliches Haus bewohnte, nach neunzehn Jahren unter
Tänzen und Opfern zurückzuführen, so wie man bei der Besitz
nahme von Lakedämon die ersten Könige eingesetzt hatte.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
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