Peloponnes und besonders ihrem eigenen Lande so schwer
auflagen, am ersten vom Halse zu schaffen, wenn sie ihnen
selbst zu Leibe gingen und ein Heer ins Land ihrer Bundes
genossen schickten, zumal diese sich erboten, dessen Verpflegung
zu übernehmen, und sie zu Hilfe riefen, um die Herrschaft der
Athener abzuschütteln. Zugleich bot sich ihnen damit ein er
wünschter Vorwand, eine Anzahl Heloten außer Landes zu
schicken, damit diese nicht etwa den Augenblick, wo Pylos in
Feindeshand war, benutzten, um sich zu empören. Auch hatten
sie aus Furcht vor ihrem zahlreichen jungen Nachwuchs bereits
zu einer anderen Maßregel gegen sie gegriffen, wie denn bei
ihnen von jeher im Grunde alles darauf hinauslief, die He
loten im Zaume zu halten. Sie machten bekannt, aber nur
um sie auf die Probe zu stellen, wer unter ihnen sich besonders
tüchtig zum Kriegsdienst fühle, solle sich melden und dann
eingestellt und freigelassen werden; denn vermutlich würden
grade die, welche am meisten nach Freiheit verlangten, auch
zuerst bei der Hand sein, ihnen den Hals abzuschneiden. Es
wurden denn auch gegen zweitausend ausgehoben, die darauf
als nunmehr freie Leute bekränzt durch die Tempel zogen.
Nach kurzer Zeit aber ließen die Lakedämonier sie sämtlich
verschwinden, und niemand erfuhr, wo und wie sie ums Leben
gekommen waren. So nahmen sie auch jetzt gern die Gelegen
heit wahr, siebenhundert Heloten als Hopliten mit Brasidas
hinauszuschicken. Im übrigen bestand dessen Heer aus Söldnern,
die er im Peloponnes geworben hatte.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
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