ihr eigenes Gebiet bedrängten, so hofften die Lakedämonier, sich
dieselben dadurch am Leichtesten vom Hals zu schaffen, wenn sie ihnen
auch ihrerseits empfindlich weh thäten, indem sie ein Heer in das
Gebiet ihrer Bundesgenossen schickten, zumal diese selbst erbötig waren,
dasselbe auf eigene Kosten zu ernähren, und sie selbst zur Unterstützung
ihres Abfalls herbeiriefen. Zugleich gewannen sie damit einen
erwünschten Vorwand, einen Theil der Heloten auszusenden, damit diese
nicht unter den gegenwärtigen Umständen, wo Pylos in fremdem Besitz
war, eine Umwälzung herbeiführten. Auch hatten sie, aus Furcht vor
deren junger Mannschaft und großer Zahl, bereits Folgendes gegen
sie in's Werk gesetzt: — denn von jeher hatten die meisten Maßregeln
der Lakedämonier den Zweck, sich gegen die Heloten sicher zu stellen —
Sie machten bekannt, wer unter ihnen recht tüchtig zu sein glaube, ihnen
im Kriege zu dienen, der solle sich mustern lassen, gleich als wollten sie
ihnen die Freiheit schenken, in der That aber, um eine Probe zu
machen ; denn sie dachten, wer von jenen am meisten nach der Freiheit strebe,
der werde auch in mannhaftem Ehrgefühl zuerst bereit sein, über sie
herzufallen. So wurden ihrer gegen zweitausend ausgelesen, die dann
bekränztes Hauptes als Befreite in den Tempeln umherzogen; die
Lakedämonier'aber ließen sie bald danach verschwinden, ohne daß
irgend Jemand merkte, wie Jeder von ihnen nm's Leben kam. Auch
jetzt ergriffen sie gern die Gelegenheit, ihrer siebenhundert, als
Schwerbewaffnete ausgerüstet, dem Brasidas mitzugeben; die Uebrigen, die
er mitführte, hatte er gegen Sold aus dem Peloponnes gedungen.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Adolf Wahrmund (Translator). Stuttgart. 1864.
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