Spartaner selbst mit den Periöken der nächsten Umgegend so
gleich nach Pylos aufgebrochen, während die übrigen, eben
erst aus dem anderen Feldzuge zurückgekehrten Lakedämonier
erst allmählich nachkamen. Im ganzen Peloponnes gab man
Befehl aus, so schnell wie möglich nach Pylos zu marschieren,
und benachrichtigte die sechzig Schiffe bei Kerkyra, die auch,
nachdem sie bei Leukas über die Landenge gezogen waren, ohne
von der athenischen Flotte bei Zakynthos bemerkt zu werden,
bei Pylos eintrafen, wo sich das Landheer inzwischen bereits
gesammelt hatte. Schon vorher, als die peloponnesische Flotte
noch unterwegs war, hatte Demosthenes heimlich zwei Schiffe
an Eurymedon und die Athener auf der Flotte bei Zakynthos
abgeschickt, um sie aufzufordern, unverzüglich nach Pylos zu
kommen, da der Platz in Gefahr sei. Die Schiffe beschleunigten
auch ihre Fahrt, wie DemostheneS ihnen befohlen hatte. Unter
dessen machten die Lakedämonier Anstalt, die Festung von der
Land- und Seeseite anzugreifen, in der Hoffnung, die in der
Eile angelegten und nur schwach besetzten Werke leicht nehmen
zu können. Da sie auf die Ankunft der athenischen Flotte von
Zakynthos gefaßt sein mußten, wollten sie für den Fall, daß
sie den Platz bis dahin nicht schon genommen hätten, auch die
Einfahrten in den Hafen sperren, damit die Athener mit ihren
Schiffen nicht hineinkommen könnten. Die sich nah davor lang
hinstreckende Insel Sphakteria nämlich deckt den Hafen und
macht die Einfahrten so eng, daß durch die eine auf der Seite
von Pylos und der athenischen Festungswerke nur zwei, durch die
andere auf der gegenüberliegenden Festlandsseite nur acht bis
neun Schiffe gleichzeitig einlaufen können. Die Insel war un
bewohnt, ganz mit Wald bedeckt und unwegsam und ist un
gefähr fünfzehn Stadien lang. Die Einfahrten wollten sie in
der Weise verschließen, daß sie Schiffe, den Bug nach außen,
dicht aneinander legten. Auf die Insel aber setzten sie aus
Furcht, die Athener könnten von dort etwas gegen sie unter
nehmen, schweres Fußvolk aus und besetzten damit auch den
Rand des Festlandes. So hielten sie die Insel und das hier
unzugängliche Festland gegen die Athener für gesichert. Denn
da die Küste außerhalb der Einfahrt nach der See zu hafenlos
war, würden die Athener ihrer Meinung nach dort nirgends
landen können, um ihren Landsleuten von da zu Hilfe zu
kommen, sie selbst aber gewiß imstande sein, den nur notdürftig
verteidigten und nicht mit Lebensmitteln versehenen Platz zu
nehmen, ohne sich der Gefahr einer Seeschlacht aussetzen zu
müssen. Diesem ihrem Plane gemäß also hatten sie auch die
. Insel mit Hopliten besetzt, die dazu auS allen Abteilungen aus
gelost wurden. Anfangs wurden sie regelmäßig durch andere
abgelöst. Die letzten waren die vierhundertzwanzig, die dann
mit ihren Heloten auf der Insel abgeschnitten wurden, und
Epitadas, MolobreS' Sohn, war ihr Anführer.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.