führung im reinen war, fuhren die Athener bei Nacht nach
der megarischen Insel Minoa und versteckten daraus sechs
hundert Hopliten unter Hippokrates in einer in der Nähe der
Mauer befindlichen Lehmgrube, aus der die Ziegel zum Mauer
bau gewonnen wurden. Die leichtbewaffneten Platäer aber
und eine Anzahl Grenzer (Peripoloi) unter dem zweiten Feld
herrn Demosthenes legten sich bei dem Enyalostempel, noch
näher an der Mauer, in einen Hinterhalt, wovon außer denen,
die diese Nacht Bescheid wissen mußten, niemand etwas er
fuhr. Diese aber führten kurz vor Tagesanbruch ihre Absicht,
Megara den Athenern in die Hände zu spielen, in folgender
Weise auS. Sie hatten das Offnen des Tores in der Mauer
schon von langer Hand vorbereitet. Mit Genehmigung des
Befehlshabers der Besatzung hatten sie nämlich wiederholt ein
Ruderboot, um damit auf Seeraub auszugehen, auf einem
Wagen im Graben an die See gefahren und zu Wasser ge
bracht und es dann vor Tage auf dem Wagen durch das Tor
wieder hinter die Mauer gezogen, angeblich damit die Athener
auf Minoa nicht wüßten, worauf sie zu passen hätten, wenn
im Hafen kein Fahrzeug zu sehen wäre. Als nun auch dies
mal der Wagen eben wieder vor dem Tore war, das wie
gewöhnlich für das Boot geöffnet wurde, und die Athener,
mit denen die Sache verabredet war, das sahen, brachen sie
schnell aus ihrem Hinterhalt hervor, um hineinzukommen, bevor
das Tor wieder zugemacht werden konnte und solange der
Wagen noch drin stand, der es verhinderte. Darauf stießen
sie und die mit ihnen durchsteckenden Megarer die Wachen am
Tore nieder. Zuerst drang Demosthenes mit seinen Platäern
und Grenzern bis dahin vor, wo jetzt das Siegeszeichen steht.
Da jedoch die Peloponnesier in der Nähe die Sache gleich
gemerkt hatten und herbeieilten, kam es innerhalb des Tores
schon hier zum Gefecht, in welchem die Platäer die Gegner
zurückschlugen und den nachdringenden athenischen Hopliten
das Tor offen hielten. ,
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
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