Sophokles mit der athenischen Flotte auf der Fahrt von Pylos
nach Sizilien in Kerkyra angekommen und hatten sich hier
mit den Kerkyräern aus der Stadt gegen die Flüchtlinge auf
gemacht, die sich nach dem Aufstande auf dem Berge Jstone
festgesetzt hatten, von dort Landzwang trieben und viel Schaden
anrichteten. Deren Burg wurde auch erstürmt, sie selbst aber,
die sich samt und sonders auf eine Bergspitze geflüchtet hatten,
gingen einen Vergleich ein, wonach sie ihre Söldner aus
liefern, selbst aber die Waffen abgeben und in Athen durch
das Volk abgeurteilt werden sollten. Bis zu ihrer Abführung
nach Athen ließen die Feldherren sie unter freiem Geleit auf
die Insel Ptychia in Gewahrsam bringen, unter der Be
dingung jedoch, daß der Vergleich für alle hinfällig werden
sollte, wenn auch nur einer von ihnen auf einem Fluchtversuch
ertappt werden würde. Die Häupter der Volkspartei in
Kerkyra aber besorgten, in Athen könnte man ihnen, wenn
sie erst dort wären, dann doch das Leben lassen, und legten
ihnen deshalb eine Falle. Sie schickten heimlich zu ein paar
Leuten auf der Insel einige mit ihnen befreundete Personen
mit dem scheinbar wohlgemeinten Rat, sich so schnell wie
möglich aus dem Staube zu machen, weil die athenischen Feld
herren sie dem Volke in Kerkyra ausliefern wollten, wozu sie
selbst ihnen ein Fahrzeug verschaffen würden.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
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