die Hände zum Zeichen, daß sie dazu bereit seien. Während
der infolgedessen eingetretenen Waffenruhe traten Kleon und
Demosthenes und von jener Seite Stryphon, Pharax' Sohn,
zu Unterhandlungen zusammen. Von den bisherigen Befehls
habern war nämlich der erste, Epitadas, gefallen, Hippagretos,
sein Vertreter, lebte zwar noch, aber lag für tot unter den
Leichen, und Stryphon war ihnen, wie üblich, für den Fall,
daß beiden etwas zustieße, als dritter beigeordnet. Er und
die mit ihm ershcienenen Lakedämonier erklärten nun, sie wollten
durch einen Herold bei den Ihrigen auf dem Festlande an
fragen lassen, was sie tun sollten. Die Athener aber ge
statteten keinem von ihnen, die Insel zu verlassen, sondern
ließen selbst Herolde vom Festlande kommen, und nach zwei
bis dreimaligem Hin- und Herfragen brachte der letzte, welcher
von den Lakedämoniern vom Festlande herüberkam, den Be
scheid, sie möchten tun, was sie selbst für gut fänden, nur ihrer
Ehre nichts vergeben. Nun überlegten sie die Sache unter
sich und beschlossen, die Waffen zu strecken und sich gefangen
zu geben. Den Tag und die darauffolgende Nacht bewachten
die Athener ihre Gefangenen auf der Insel, am Tage darauf
aber errichteten sie ein Siegeszeichen, machten alles zur Ab
fahrt fertig und gaben die Gefangenen den einzelnen Befehls
habern ihrer Kriegsschiffe in Gewahrsam. Die Lakedämonier
aber schickten einen Herold und ließen ihre Toten abholen.
Die Zahl der auf der Insel Gefallenen und lebend Gefangenen
anlangend, so waren im ganzen vierhundertundzwanzig Hopliten
hinübergebracht; davon wurden zweihundertzweiundneunzig
lebend abgeführt, die übrigen waren gefallen. Unter den
Lebenden befanden sich über hundertzwanzig Spartiaten. Die
Athener hatten nur wenige verloren; denn zu einer eigentlichen
Schlacht war es ja nicht gekommen.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.