hauptmann der Messenier an Kleon und Demosthenes und
sagte ihnen, so sei alles nur verlorene Mühe; wenn man ihm
aber eine Anzahl Bogenschützen und Peltasten gäbe, um sich
damit selbst einen Weg zu suchen und den Feinden in den
Rücken zu fallen, so wolle er den Zugang schon erzwingen.
Er erhielt auch, was er verlangt hatte, und nun machte er
sich an einer Stelle, wo ihn der Feind nicht sehen konnte, auf
den Weg und gelangte, die steilen, von den Lakedämoniern
im Vertrauen auf die natürliche Festigkeit des Orts nicht be
wachten Abhänge der Insel geschickt benutzend, wenn auch mit
großer Anstrengung unbemerkt hinauf, ebensosehr zur Über
raschung und zum Schrecken der Verteidiger, denen er so plötz
lich im Rücken erschien, wie zur Freude und Ermutigung der
Angreifer, die sich jetzt am Ziel ihrer Wünsche sahen. Die
Lakedämonier aber, von zwei Seiten beschossen, waren jetzt, um
Kleines mit Großem zu vergleichen, in derselben verzweifelten
Lage, wie jene Tapferen in den Thermopylen, die von den
Persern auf einem Bergpfade umgangen und niedergemacht
wurden. So mußten auch sie, von zwei Seiten angegriffen,
den Widerstand aufgeben und, durch Mangel an Nahrung ent
kräftet, wie sie waren, der Übermacht weichen, während die
Athener die Zugänge besetzten.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.