mit euch wegen der Leute auf der Insel zu unterhandeln und
womöglich ein Abkommen zu treffen, wie es eurem Interesse
entspricht und sich zugleich in diesem Augenblick nach der ver
lorenen Schlacht mit unserer Ehre am besten verträgt. Wenn
wir uns dabei nicht ganz kurz fassen, so verstößt das nicht
gegen unseren Brauch, uns kurz zu fassen, wo es nicht vieler
Worte bedarf; es ist vielmehr bei uns zu Lande üblich, wo der
Sache damit gedient ist, auch länger darüber zu reden. Nehmt
uns auch unsere Worte nicht übel, als ob wir an eurer Ein
sicht zweifelten und euch belehren wollten, sondern haltet euch
versichert, daß wir sie grade im Vertrauen auf eure Einsicht
an euch richten, um euch eine hochherzige Entschließung zu
empfehlen. Denn ihr seid in der glücklichen Lage, das, waS
ihr besitzt, zu behalten und euch mit einem Zuwachs an Ruhm
und Ehre zu begnügen, und nicht in Gefahr, in den Fehler
von Leuten zu verfallen, die, wenn sie ein ungewöhnliches Glück
gehabt, gleich meinen, es müsse damit immer so weiter gehen,
weil es ihnen diesmal so unverhofft in den Schoß gefallen ist.
Wer aber an sich selbst erlebt hat, wie wetterwendisch das
Glück ist, hat alle Ursache, gegen dessen Beständigkeit miß
trauisch zu sein. Das sollte man bei euch aus Erfahrung wissen
und sich bei uns erst recht von selbst verstehen.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.