Einfahrten auf sie ein, griffen die Schiffe an, die größtenteils
schon flott gemacht und zum Gefecht bereit waren, und trieben
sie in die Flucht, beschädigten auch viele auf der Verfolgung,
wie das bei den kurzen Entfernungen nicht ausbleiben konnte,
während ihnen fünf, darunter eins mitsamt der Mannschaft,
in die Hände fielen. Die übrigen, die sich aufs Land geflüchtet
hatten, griffen sie dort an; anderen, die erst bemannt werden
sollten, stießen sie die Wände ein, bevor sie auslaufen konnten,
und einige, deren Mannschaft die Flucht ergriffen hatte, nahmen
sie leer in Tau und zogen damit ab. Die Lakedämonier am
Lande, die das mit ansahen, außer sich vor Schmerz über daS
Mißgeschick, da ihre Leute auf der Insel ja nun abgeschnitten
waren, eilten jetzt auch herbei, gingen in voller Rüstung ins
Wasser und legten Hand an die Schiffe, um sie wieder ans
Land zu ziehen, wobei jeder meinte, eS ginge nicht, wenn er
nicht selbst auch irgendwo mit angriffe. Und nun tobte der
Kampf um die Schiffe, und auch hier hatten beide wieder ihre
Rollen vertauscht; denn die Lakedämonier lieferten vor Eifer
und Verzweiflung sozusagen mit dem Landheere eine See
schlacht, und die Athener, die den erfochtenen Sieg voll aus
nutzen wollten, kämpften von der Flotte am Lande. Nachdem
eS hart hergegangen und viel Blut geflossen war, endete der
Kampf; die Lakedämonier brachten ihre leeren Schiffe, soweit
sie ihnen nicht gleich anfangs abgenommen waren, in Sicher
heit, und beide Teile gingen in ihre alten Stellungen zurück.
Die Athener errichteten ein Siegeszeichen, gaben die Toten heraus
und bargen die Schiffstrümmer, schickten auch gleich Schiffe um
die Insel, deren Besatzung nunmehr abgeschnitten war, um sie
zu bewachen. Die Lakedämonier auf dem Festlande aber mit
den inzwischen von allen Seiten zu ihnen gestoßenen Verstärkungen
blieben in ihrer Stellung vor Pylos.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.