die Athener um so mutiger die ihnen unten am Strande an
gewiesenen Stellungen ein. Die Lakedämonier aber eröffneten
nun den Angriff auf die Festung zugleich mit dem Heere auf
der Landseite und mit der Flotte, die zurzeit dreiundvierzig
Segel stark war und von dem Spartaner Thrasymelidas, Kram
sikles' Sohn, befehligt wurde. In der Tat griff dieser denn
auch da an, wo Demotshenes erwartet hatte. Die Athener
aber leisteten tapferen Widerstand, sowohl auf der Land- wie
auf der Seeseite. Da man mit einer größeren Flotte hier
nicht landen konnte, bildeten die Lakedämonier aus ihren
Schiffen kleinere Abteilungen, die sich einander ablösen und
Landungsversuche machen mußten. Sie bewiesen dabei die
größte Tapferkeit und feuerten einander durch Zuruf an: Nur
drauflos, um die Festung zu nehmen! Vor allen tat sich
Brasidas dabei hervor, der selbst eine Triere befehligte. Wenn
er sah, daß Befehlshaber oder Steuerleute bei der Schwierig
keit der Landung, wo solche allenfalls noch möglich schien, aus
Furcht, ihre Schiffe zu riskieren, nicht vorwärts wollten, fuhr
er sie mit Donnerstimme an, sie sollten sich schämen, dem biß
chen Holz zuliebe den Feind hier im Lande sich seine Festungen
bauen zu lassen, und machen, daß sie ans Land kämen, auch
wenn ihre Schiffe dabei in Trümmer gingen. Den Bundes
genossen aber rief er zu, sich nicht lange zu besinnen, den Lake
dämonier» für ihre großen Verdienste ihre Schiffe zu opfern,
sondern sie auf den Strand zu treiben und um jeden Preis
anS Land zu kommen zu suchen, um die Feinde und die Festung
zu überwältigen.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.