busen noch Wurfschützen und Schleuderer kommen, und da sie
nach der Schlacht durch zweitausend korinthische Hopliten und
die aus Nisaia abgezogene peloponnesische Besatzung und die
zu ihr gestoßenen Megarer verstärkt worden waren, rückten sie
vor Delion und griffen die Festungswerke an. Dabei bedienten
sie sich unter anderem auch einer von ihnen ausgedachten
Vorrichtung, vermittelst deren es ihnen dann auch gelang, sie
zu nehmen. Sie sägten nämlich einen mächtigen Balken der
Länge nach in zwei Teile und fügten ihn, nachdem sie ihn
ausgehöhlt, genau wieder zusammen, so daß er eine Röhre
bildete. An einem Ende hingen sie an Ketten ein Becken auf,
in daS sie aus dem Balken ein am unteren Ende eisernes
Blasrohr leiteten, wie denn auch der Balken selbst noch ein
gutes Stück mit Eisen beschlagen war. Diese Vorrichtung
brachten sie von weitem auf Wagen an die Mauer heran da,
wo sie hauptsächlich aus Holz und Reben hergestellt war, und
wenn sie damit dicht dran waren, bliesen sie mittelst großer,
auf ihrem Ende des Balkens angebrachter Blasebälge Luft
hinein. Dann fuhr der Luftstrom durch die Röhre in das mit
Pech und Schwefel und glühende Kohlen gefüllte Becken, ent
fachte dort eine mächtige Flamme und setzte die Mauer in
Brand, so daß es niemand dort aushalten konnte, sondern
alles davonlief, und das Werk auf diese Weise genommen
wurde. Ein Teil der Besatzung kam ums Leben, zweihundert
wurden gefangengenommen; die Mehrzahl schiffte sich ein und
kam glücklich nach Hause.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.