ihre Verbündeten unter König Agis, Archidamos' Sohn, wieder
nach Attika einfallen, kamen auch bis' auf den Isthmus, kehrten
aber der vielen Erdbeben wegen wieder um, so daß aus dem
Einfall nichts wurde. In dieser Zeit beständiger Erdbeben
ergoß sich bei Orobiai auf Euboia eine mächtige Flutwelle
aus der See, die vorher zurückgewichen war, über einen Teil
der Stadt, wobei das Wasser zum Teil die Stadt verschlang,
zum Teil wieder zurückströmte, so daß dort jetzt See ist, wo
früher Land war. Auch viele Menshcen, die sich nicht schnell
genug auf die Höhen retten konnten, kamen dabei ums Leben.
Eine ähnliche Flut trat an der der Küste der opuntischen Lokrer
gegenüberliegenden Insel Atalanta ein, durch welche ein Teil
der athenischen Festungswerke weggerissen und von zwei auf
den Strand gezogenen Schiffen eins zertrümmert wurde. Auch
bei Peparethos wich die See etwas zurück, aber die Flutwelle
trat dann doch nicht ein; dagegen zerstörte das Erdbeben einen
Teil der Stadtmauer, das Prytaneum und eine Anzahl Häuser.
Meiner Ansicht nach erklärt sich die Sache so, daß die
Wassermasse da, wo der Erdstoß am stärksten ist, in der Richtung
deS Stoßes aus der Lage gedrängt wird, dann aber zurück
schnellt und sich mit um so größerer Gewalt über das Land
ergießt. Daß so was auch ohne Erdbeben eintreten könnte,
möchte ich nicht glauben.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.