daß wir niemand was zuleide taten, sondern alle guten Böotier,
die für den alten Bund wären, öffentlich auffordern ließen,
sich uns anzuschließen. Auch kamt ihr uns ja anfangs ganz
freundlich entgegen, gingt einen Vergleich mit uns ein utld
hieltet euch ruhig. Erst nahcher, als ihr merktet, wie wenige
wir waren, euch wohl auch daran stießet, daß wir nicht mit
Wissen und Willen der Bürgerschaft gekommen waren, habt
ihr dann nicht Wort gehalten und uns trotz der Zusage, keine
Gewalt zu brauchen, statt uns in Güte zum Abzüge zu be
wegen, dem Vergleich zuwider angegriffen. Daß ihr dabei
eine Anzahl mit den Waffen in der Hand getötet habt, können
wir allenfalls verschmerzen; denn das geschah gewissermaßen
nach Kriegsrecht; daß ihr aber auch die Gefangenen, die sich
in euren Schutz begeben hatten, trotz des Versprechens, niemand
weiter zu töten, widerrechtlich ums Leben gebracht habt, das
war heillos. Damit habt ihr euch im Umsehen dreimal schwer
vergangen, den Vergleich gebrochen, die Gefangenen nachher
getötet und uns mit dem Versprechen belogen, ihr würdet sie
nicht töten, wenn wir euch draußen in Ruhe ließen. Trotzdem
behauptet ihr, wir wären die Schuldigen, und verlangt selbst
straflos auszugehen. Nichts da, wenn anders dies gerechte
Richter sind. Für alles das werdet ihr eurer Strafe nicht
entgehen.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.