betrieben, weil man ihre Kräfte unterschätzte, und wollten
ihnen beweisen, daß man sich darin geirrt und sie ihrerseits
sehr wohl imstande seien, der vom Peloponnes kommenden
Flotte die Spitze zu bieten, auch ohne ihre Schiffe von Lesbos
zurückzuziehen. Sie stellten gleich hundert Schiffe in Dienst,
deren Mannschaft sie teils aus der Bürgerschaft - mit Aus
nahme der Ritter und Fünfhundertscheffler -, teils aus den
Schutzverwandten entnahmen, und gingen damit in See, zeigten
sich am Isthmus und landeten im Peloponnes überall nach
Belieben. Beim Anblick dieser Flotte, der ihnen völlig uner
wartet kam, glaubten die Lakedämonier, die Mytilener hätten
ihnen nicht die Wahrheit gesagt, und trauten deshalb ihrer
Sache nicht. Da überdies die Bundesgenossen ausblieben und
sie dann gar noch die Nachricht erhielten, daß die um den
Peloponnes kreuzenden dreißig Schiffe der Athener die Um
gegend ihrer Hauptstadt verwütseten, gingen sie wieder nach
Hause. Später rüsteten sie dann doch eine Flotte, um sie nach
Lesbos zu schicken, zu der die einzelnen Städte im ganzen
vierzig Schiffe stellen mußten. Den Oberbefehl darüber erhielt
Alkidas, der damit nach Lesbos abgehen sollte. Als die Athener
sahen, daß die Gegner abgezogen waren, gingen sie mit ihren
hundert Schiffen wieder nach Hause.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.