Jdomene angekommen. Jdomene besteht aus zwei hohen Hügeln;
den größten hatten die von Demosthenes vorausgeschickten Ab
teilungen seines Heeres schon vorher bei Einbruch der Nacht
unbemerkt besetzt, auf dem kleineren aber waren die Amprakier
zuerst angelangt und blieben dort über Nacht. Am Abend,
gleich nach dem Essen, setzte sich Demosthenes auch mit dem
Hauptheere in Marsch, er selbst mit der einen Hälfte gegen
den Paß, die andere durch das amphilochische Gebirge. Bei
Tagesanbruch überfiel er dann die Amprakier, die noch im
Schlafe lagen und nichts derart vermuteten, vielmehr die
Feinde für ihre eigenen Leute hielten. Demosthenes hatte näm
lich wohlweislich die Messenier vorangestellt und ihnen ein
geschärft, die Feinde dorisch anzureden, um die Vorposten in
Sicherheit zu wiegen, zumal man sie am Aussehen nicht er
kennen konnte, weit es noch dunkel war. Nach diesem Überfall
ergriffen sie die Flucht und wurden größtenteils an Ort und
Stelle niedergemacht. Die übrigen suchten sich in die Berge
zu retten. Da jedoch die Wege vorher besetzt und die Amphi
lochier ihres eigenen Landes kundig und mit ihren leichten
Waffen den Hopliten gegenüber im Vorteil waren, sie aber in
der ihnen unbekannten Gegend sich nicht zurechtfinden konnten,
so gerieten sie in Schluchten und Hinterhalte und kamen elend
um. Um nur irgendwie mit dem Leben davonzukommen, flohen
einige sogar nach der See, die nicht weit von da war, und da
sie hier die attischen Schiffe erblickten, die zur Zeit dieser
Kämpfe zufällig grade vorüberfuhren, schwammen sie in der 1
Todesangst an sie heran, um, wenn es einmal sein müsse, immer
noch lieber dort auf den Schiffen als unter den Händen der
verhaßten amphilochischen Barbaren zu sterben. So waren
denn die Amprakier gründlich geschlagen, und nur wenigen
von dem großen Heere gelang es, sich in die Stadt zu retten.
Die^Akarnanier aber nahmen den Toten die Rüstungen ab,
errichteten ein Siegeszeichen und gingen dann nach Argos
zurück.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.