täern :
„Was ihr da sagt, Platäer, ist schon recht, wenn ihr auch
nur selbst danach handeln wolltet. Seid immer frei, wie es
Pausanias euch zugesagt, aber helft uns auch, die anderen
zu befreien, die damals zugleich mit euch gefochten und ge
schworen haben und jetzt unter dem Joch der Athener schmachten.
Denn ihretwegen und für die Freiheit Griechenlands haben
wir den Degen gezogen und diesen Krieg angefangen, und
nur, wenn ihr euch auch daran beteiligt, bleibt ihr jenen Eiden
treu. Wollt ihr das aber nicht, so geht wenigstens in aller
Ruhe eueren Geschäften nach und bleibt neutral, wie wir
euch das schon früher vorgeschlagen haben. Laßt beide Teile
friedlich bei euch aus und ein gehen; als kriegführenden Mächten
aber öffnet keinem von ihnen eure Tore. Auch damit wollen
wir zufrieden sein." So Archidamos. Mit diesem Bescheide
kehrten die Gesandten in die Stadt zurück, berichteten den
Platäern, was er ihnen gesagt, und brachten ihm darauf
deren Antwort, es sei ihnen nicht möglich, seine Vorschläge
anzunehmen, ohne auch die Athener darüber zu hören, da ihre
Weiber und Kinder noch in deren Händen wären. Auch ihrer
Stadt selbst wegen hegten sie die Befürchtung, nach ihrem
Abzüge könnten die Athener kommen und die Abmachung ver
werfen, oder auch die Thebaner, unter dem Vorwande, daß der
nach dem Vertrage beiden Teilen zugestandene freie Verkehr auch
ihnen nicht verwehrt werden dürfe, von neuem versuchen, sich
ihrer Stadt zu bemächtigen. Archidamos aber suchte sie dar
über zu beruhigen und sagte: „Gebt uns Lakedämoniern doch
eure Stadt mit allem, was dazu gehört, in Verwahrung. Ihr
beschreibt uns die Grenzen eureS Gebiets, und es wird ein
Verzeichnis aufgenommen über alles, was an Bäumen oder
an Gegenständen, die ihr uns sonst noch zuzählen wollt, vor
handen ist. Dann zieht ihr ab, um euch für die Dauer des
Krieges nach Belieben anderswo niederzulassen, und wenn der
Krieg zu Ende ist, geben wir euch alles zurück, was wir von
euch erhalten haben. Bis dahin nehmen wir es in Verwahrung,
lassen eure Felder bestellen und euch vom Ertrage so viel ab
liefern, daß ihr genug zu leben habt."
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.