Thebanern ihre Toten unter freiem Geleit heraus und richteten
sich in der Stadt einstweilen auf eigene Hand ein. Die Athener
aber, welche von den Ereignissen in Platää gleich Nachricht
erhalten hatten, ließen sofort alle Böotier in Attika festnehmen
und schickten einen Herold nach Platää mit der Weisung, den
gefangenen Thebanern nichts weiter zuleide zu tun, bis man
sich auch in Athen ihretwegen schlüssig gemacht hätte; denn
davon, daß sie bereits getötet waren, hatten sie noch keine
Nachricht. Ein erster Bote war nämlich gleich nach dem Ein
bruch der Thebaner an sie abgegangen, der zweite unmittelbar
nachdem sie überwältigt und in Gefangenschaft geraten waren.
Seitdem hatten sie nichts weiter gehört. So sandten sie denn
auch jetzt ihren Herold ab, ohne zu wissen, wie die Dinge in
Platää tsanden, und als dieser dort ankam, fand er die Ge
fangenen schon nicht mehr am Leben. Darauf schickten die
Athener Truppen nach Platää, versahen die Stadt mit Lebens
mitteln und ließen eine Besatzung darin zurück, nachdem sie
die nicht wehrfähigen Männer sowie die Weiber und Kinder
hinausgeschafft hatten.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.