stände bei Entrichtung der Steuern und der Stellung von
Schiffen, auch etwa vorkommende Verweigerungen des Kriegs
dienstes; denn die Athener trieben die Abgaben streng ein und
ließen mit Zwangsmaßregeln nicht lange auf sich warten; da-
durch aber wurden sie den Bundesgenossen, die solche Plackereien
nicht gewohnt waren und verwünschten, in hohem Grade un
bequem. Überhaupt war der Oberbefehl der Athener nicht
mehr so beliebt wie zuerst; sie behandelten die Bundesgenossen
im Felde wie Untertanen, und wenn ja einer von ihnen ab
fiel, so unterwarfen sie ihn mit Leichtigkeit wieder. Daran
aber waren die Bundesgenossen selbst schuld. Denn aus Ab
neigung gegen den Kriegsdienst hatten sich die meisten, um nur
nicht mit zu müssen, zur Steuer einschätzen lassen und zahlten,
statt selbst Schiffe zu stellen, lieber den dafür auf sie entfallenden
Betrag. Durch das Geld aber, das sie den Athenern zahlten,
setzten sie diese in den Stand, ihre Flotte zu vergrößern,
während sie selbst, wenn sie abfielen, völlig wehrlos und im
Kriege unerfahren waren.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.