sich um keine Kleinigkeit. Laßt euch nicht durch Wünsche und
Beklemmungen Dritter dazu drängen, euch für sie die Finger
zu verbrennen. Bedenkt auch wohl, bevor ihr den Degen zieht,
wie wenig man im voraus berechnen kann, was einem im
Kriege begegnen mag. Dauert er länger, so muß man immer
auf allerlei Wechselfälle gefaßt sein, von denen ihr so gut be
troffen werden könnt wie wir, und wer kann wissen, wie der
Hase läuft. Bei Beginn eines Krieges läßt man sich nur zu
leicht im ersten Augenblick zu Schritten hinreißen, für die es später
immer noch früh genug gewesen wäre, um dann erst hinterher
durch Schaden klug zu werden. Da es dazu ja bis jetzt bei
euch so wenig wie bei uns gekommen ist, können wir, solange 1
es für uns beide noch Zeit zu vernünftiger Überlegung ist,
euch nur dringend raten, den beschworenen Frieden nicht zu
brechen, sondern unseren Streit, wie es im Vertrage vorgesehen
ist, durch schiedsrihcterliche Entscheidung schlichten zu lassen.
Wollt ihr nicht, nun denn, so rufen wir die Götter, die über
den Eid wachen, zu Zeugen an, und wenn ihr Krieg anfangt,
werden wir eurem Beispiel folgen und uns mit den Waffen
in der Hand zu wehren wissen."
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.