Volksversammlung. In der ersten war man überwiegend geneigt,
sich für Korinth zu entscheiden, in der zweiten aber schlug die
Stimmung um, und es wurde beschlossen, ein Bündnis mit
Kerkyra einzugehen, allerdings keines zu Schutz und Trug, weil
ein etwaiges Verlangen der Kerkyräer, die Athener sollten sich
mit ihrer Flotte an einem Angriff auf Korinth beteiligen, für
sie den Bruch ihres Vertrages mit den Peloponnesiern bedeutet
hätte, wohl aber ein Schutzbündnis, wonach man sich gegen
; seitig für den Fall eines Angriffes auf Kerkyra oder Athen
f oder auch einen ihrer Bundesgenossen zu bewaffnetem Beistand
verpflichtete. Die Athener waren nämlich überzeugt, daß es
mit den Peloponnesiern sowieso zum Kriege kommen werde,
und wollten Kerkyra mit seiner starken Flotte den Korinthern
nicht in die Hände fallen, sondern beide sich untereinander
erst aufreiben lassen, um es für alle Fälle in einem Kriege
mit Korinth oder einer anderen Seemacht mit einem schon
geschwächten Gegner zu tun zu haben. Zither auch die für die
Fahrt nach Italien und Sizilien in der Tat besonders günstige ^
Lage der Insel leuchtete ihnen ein.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
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