So sprachen die Korinther. Nachdem nun die Athener
beide Theile angehört nnd sogar nach einander zwei
Volksversammlungen abgehalten hatten, so fanden die Korinther in der ersten nicht
geringe Beistimmung, in der folgenden aber siegte eine andere
Meinung, und sie beschlossen, zwar nicht mit den Kerkyräern ein
Schutzund Trutzbündniß in der Art einzugehen, daß die Feinde jener auch
ihre Feinde, und jener Freunde auch ihre Freunde sein sollten, — denn
wenn die Kerkyräer sie diesfalls aufgefordert hätten, mit ihnen gegen
Korinth in See zu gehen, so wäre dadurch der mit den
Peloponnesiern geschlossene Waffenstillstand von ihrer Seite gebrochen worden,
— sondern sie schlossen ein Schutzbündniß zur gegenseitigen
Vertheidigung für den Fall, daß Einer Kerkyra oder Athen oder beider
Bundesgenossen angreifen sollte. Der Krieg mit den Peloponnesiern
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schien ihnen nämlich ohnehin nicht zu vermeiden, und sie wollten
Kerkyra mit seiner bedeutenden Seemacht nicht den Korinthern in
die Hände liefern, wünschten aber doch, daß beide Theile so hart als
möglich aneinander gerathen möchten, damit sie selbst mit einem schon
geschwächten Feinde zu thun hätten, wenn es zum Krieg mit
Korinth oder einer andern Seemacht kommen sollte. Zugleich schien
ihnen die Insel für die Ueberfahrt nach Italien und Sicilien sehr
günstig gelegen.