ihre Kolonie abwendig zu machen, so mögen sie sich gesagt sein
lassen, daß jede Kolonie ihre Mutterstadt hochhält, solange sie
gut behandelt wird, sich aber von ihr lossagt, wenn man sie
unter die Füße tritt. Denn man schickt keine Kolonisten dazu
aus, damit sie Sklaven der Daheimgebliebenen werden, sondern
um gleiches Recht mit ihnen zu genießen. Daß sie uns aber
solches Recht nicht zugestehen, liegt auf der flachen Hand; denn
als wir ihnen vorschlugen, unseren StreitumEpidamnos richter
lich austragen zu lassen, wollten sie darauf nicht eingehen,
sondern ihre Ansprüche lieber mit Waffengewalt durchsetzen.
Und wenn sie es so mit uns, ihren Anverwandten, machen, so
mag das auch euch eine Lehre sein, euch nicht von ihnen hinters
Licht führen zu lassen, oder ihnen in Dingen, die sie gradezu
von euch verlangen, zu Willen zu sein. Mit Liebenswürdig
keiten gegen seine Feinde kommt man nicht weit; je kürzer man
sie hält, um so besser.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.