geworden war, gerieten die Städte, deren Einnahmen auch
gewachsen waren, unter die Herrschaft von Tyrannen, während
es früher ein erbliches Königtum mit bestimmten Ehrenrechten
gegeben hatte. Jetzt warf man sich in Griechenland auf die
See und baute Schiffe. Zuerst sollen die Korinther die Schiff-
fahrt schon annähernd in jetziger Weise betrieben haben, in
Korinth auch die ersten Trieren in Griechenland gebaut sein.
Angeblich hat auch ein Schiffsbauer aus Korinth, Ameinokles,
den Samiern vier Schiffe gebaut. Seit AmeinokleS' Ankunft!'
auf Samos bis zum Ende dieses Krieges sind ungefähr drei-i:
hundert Jahr. Die älteste Seeschlacht, von der wir wissen,
hat zwischen Korinthern und Kerkyräern stattgefunden, und
von da bis zu demselben Zeitpunkt sind ungefähr zweihundert-
sechzig Jahr. Bei seiner Lage auf dem Isthmus war Korinth
von jeher ein Handelsplatz. Da die Griechen in alter Zeit
mehr zu Lande als zur See verkehrten und der ganze Verkehr
von und nach dem Peloponnes über Korinth ging, so wurde
dies eine reiche Stadt, wie es ja auch schon bei den alten
Dichtern das reiche Korinth heißt. Als dann der Verkehr zur
See bei den Griechen zunahm, legten die Korinther mit ihren
Schiffen den Seeräubern das Handwerk, und so wurde ihre
für den Land- und Seehandel gleich günstig gelegene Stadt
noch reicher und mächtiger. Später, zur Zeit des Kyros, des
ersten Perserkönigs, und seines Sohnes Kambyses, hatten auch
die Jonier eine ansehnliche Flotte und beherrschten damit
während ihres Krieges mit Kyros eine Zeitlang die dortigen
Gewässer. Auch Polykrates, der zu Kambyses' Zeit Tyrann
von Samos war, besaß eine starke Flotte, womit er verschiedene
Inseln unterwarf, namentlich auch Rheneia eroberte, das er
dann dem delifchen Apollon weihte. Endlich haben auch die
Phokäer, die sich in Massalia niederließen, die Karthager in
einer Seeschlacht besiegt.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.