Thrasybulos hielten seit dem bewirkten Umschwung der Dinge immer-noch
dafür, daß man den Alkibiades zurückrufen solle, und zuletzt gewann
denn auch ThrasybuloS in einer Versammlung die große Masse der
Soldaten durch seine Ueberredung, und als diese den Beschluß gefaßt
hatten, Alkibiades könne sicher zurückkehren, so fuhr er selbst zu
Tissaphernes und brachte den Alkibiades nach Samos herüber; denn er
hielt eS für den einzigen Weg zur Rettung, wenn dieser den
TissapherneS von den Peloponnesiern auf ihre Seite herüberziehe.. Als
nun eine Versammlung abgehalten wurde, machte ihnen Alkibiades
Vorwürfe wegen seiner Verbannung und bejammerte dieß Unglück,
sprach viel über die politischen Verhältnisse, erregte bei ihnen nicht
geringe Hoffnungen für die Zukunft und stellte prahlerisch übertrieben
seinen Einfluß auf den Tissaphernes dar. damit die oligarchischen
Machthaber zu Hause sich vor ihm fürchten nnd die Ve " vörungen
auslösen möchten, und die auf Samos ihn mehr in Ehren hielten
und auch für sich selbst mehr Muth faßten, die Peloponnefier aber
mit dem Tissaphernes möglichst verfeindet und so um ihre Hoffnungen
betrogen würden. Mit der größten Prahlerei gab nun Alkibiades
die Versicherung, Tissaphernes habe sich gegen ihn verpflichtet: so
lange er nur selbst noch etwas besitze, und wenn er nur erst Vertrauen
zu den Athenern fassen könne, sollte es ihnen ganz gewiß an Nichts
fehlen, und wenn er zuletzt sein Bettzeug versilbern müsse; und die
Schiffe der Phöniker, die schon vor Aspendos stünden, werde er den
Athenern und nicht den Peloponnesiern zuführen. Vertrauen dürfe
er aber den Athenern erst dann, wenn Alkibiades zurückgerufen würde
und ihm Bürgschaft leisten könne.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Adolf Wahrmund (Translator). Stuttgart. 1864.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.