Pharnabazos, nahmen am Zuge gegen Chios keinen Antheil und gaben
auch das Geld nicht her, welches sie zum Zweck der Bchiffssendung
mitgebracht hatten, — fünfundzwanzig Talente, — sondern sie
gedachten später für sich mit einer eigenen Flotte unter Segel zu gehen.
Agis aber, als er sah, daß die Lakedämonier zuerst'an die
Unternehmung auf Chios dachten, widersprach dem für feine Person nicht,
und so kamen denn die Bundesgenossen in Korinth zusammen zur
Berathung, und sie beschlossen, zuerst gegen Chios'zu segeln, unter
Anführung des Chalkideus, welcher in Lakonien jene fünf Schiffe
ausrüstete, und dann gegen Lesbos unter dem Oberbefehl des
Alkamenes, den auch Agis dafür bestimmte, und zuletzt nach dem
Hellespont zu fahren, für welchen Klearchos, des Rhamphias Sohn/zum
Befehlshaber bestimmt war. Ueber die Landenge solle man zuerst
nur die Hälfte 6) der Schiffe ziehen und diese dann allsogleich unter
Segel gehen lassen, damit die Athener nicht ihre Aufmerksamkeit mehr 1 2 3
auf die absegelnden, als auf die noch über die Landenge zu ziehenden 4
richten möchten. Denn jenen Seezug veranstalteten sie ganz
offenkundig, da sie die Ohnmacht der Athener verachteten, weil sich nirgends
eine ansehnliche Schiffsmacht derselben zeigte. Wie sie beschlossen
hatten, brachten sie dann auch allsogleich einundzwanzig Schiffe über
die Landenge. ' '
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Adolf Wahrmund (Translator). Stuttgart. 1864.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.