Gylippos mit solchen Worten ihre Soldaten ermuthigt hatten, so
bemannten sie auch ihrerseits rasch die Schiffe, als sie die Athener
das Gleiche thun sahen. Nikias aber, wegen der Lage der Dinge
verwirrt, und sehend, wie groß und nah die Gefahr bereits sei, da
man eben fast schon im Begriff war auszukaufen, glaubte, wie es bei
Kämpfen von so entscheidender Wichtigkeit meist der Fall zu sein
pflegt, es fehle überall noch etwas und auch geredet sei noch nicht
genug, und so berief er denn die einzelnen Schiffshauptleute, indem
er Jeden mit seines Vaters und seinem eigenen Namen und nach
seinem Stamme anredete, und forderte sie aus, daß Keiner, was er
selbst an Ruhm erworben, heute in die Schanze schlagen, noch auch 1
die Tugenden, durch welche ihre Vorfahren geglänzt, verdunkeln
lassen sollte. Er erinnerte sie an das Vaterland, das selbst der
herrlichsten Freiheit genieße und jedem Einzelnen schrankenlose Freiheit
gewähre, seine Lebensweise zu gestalten. Dieß und Anderes sagte er,
wie eS Menschen in solcher Lage eben vorzubringen pflegen, ohne sich
daran zu stoßen, daß es Einem veraltet erscheinen könne,' da ja in
allen Fällen immer dasselbe vorgebracht wird: Weib und Kind und:
die vaterländischen Götter; aber man hält es in so verzweifelten
Umständen eben für wirksam, und so ruft man sich's einander zu."
Nikias nun, nachdem er nicht sowohl Genügendes, als vielmehr nur
das Nothwendigste gesagt zu haben glaubte, ^brach auf und führte
das Landheer an's Meer hinab und stellte es da in möglichst
ausgedehnter Linie auf, um hieraus zur ErmuthigunK derer sauf den Schiff
fen möglichsten Vortheil zu ziehen; Demosthenes aber und MenandroS
und Euthydemos — denn diese hatten als Feldherren die Schiffe der
Athener bestiegen — setzten.sich von ihrem Standlager aus in
Bewegung und fuhren grade auf die Sperrung des Hafens und den
noch offen gelassenen Raum los, um sich die Ausfahrt zu erzwingent
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Adolf Wahrmund (Translator). Stuttgart. 1864.
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