lich abgegangene Kriegszug in's Werk gesetzt wurde, und zwar von.
Einem, der auf's Genaueste eingeweiht ist, und die andern Feldherrn
werden diese Absichten auch in solcher und ähnlicher Weise
durchzuführen suchen. Jetzt lasset euch belehren, daß Sieilien unterliegen
muß, wenn ihr nicht Hilfe sendet. Die Sicilianer nämlich find viel
zu unerfahren, obwohl sie auch so vielleicht noch Sieger bleiben
könnten, wenn sie nur Alle einträchtig zusammenstünden. Aber die
Syrakusier für sich allein haben schon mit ihrer gesammten Macht eine
Niederlage erlitten, und wenn sie nun auch durch die Flotte zur See
eingeschlossen werden, so find sie nicht im Stande, der dortigen Macht
der Athener zu widerstehen. Und ist erst diese Stadt genommen, so
ist auch schon ganz Sieilien gewonnen, und Italien wird dann bald,
folgen, und die Gefahr, die ich euch eben vorgestellt habe, dürste dann
nicht lang anstehen, auch über euch hereinzubrechen. So glaube also-
Niemand, daß es sich in dieser Berathung blos um Sieilien handle,
sondern auch um den Peloponnes, der selbst bedroht ist, wenn ihr
nicht in Bälde das Folgende thut. Sendet auf Schiffen ein Heer in
der Art hinüber, daß die, welche unterwegs die Ruderdienste versehen,
dort sogleich als Schwerbewaffnete auftreten, und — was ich noch
für ersprießlicher als ein solches Heer halte, — schickt einen
Spartanischen Mann als Feldherrn mit, der die dort vorhandene
Streitmacht organisire und die Unwilligen zum Beitritt zwinge. Denn aus
diese Weise werden eure Freunde mehr Muth fassen und die noch
Unschlüssigen um so furchtloser zu euch übertreten." .> .« ' ?
Entschiedenheit beginnen, damit die Syrakusaner sich von
eurer.Theilnahme überzeugen und um so kräftigeren Widerstand leisten, und die
Athener umso weniger im Stande sind, den Ihrigen eine Hilfsmacht
nachzuschicken. Ihr müßt Dekeleia auf Attischem Boden befestigen/
denn das ist es; was die Athener von jeher am meisten fürchten, und
sie glauben, dieß sei die einzige Bedrängniß, die ihnen in diesem
Kriege erspart geblieben sei. Auf die Weise kann Einer ja wohl
seinen Feinden auf daS Sicherste schaden, wenn er in gewisse Erfahrung
bringt, was jene am meisten fürchten, und ihnen dann grade dieß
anthut. Denn es ist doch natürlich, daß Alle ihre schwachen, Seiten' 2
selber am besten kennen und für dieselben fürchten. Worin ihr aber
durch diese Befestigung euch selber nützt und den Gegnern Abbruch
thut, das will ich jetzt, um Vieles gar nicht zu erwähnen, nur m der
Hauptsache anführen. Der meisten Hilfsmittel der Landschaft selbst
werdet ihr euch theils mit Gewalt bemächtigen, theils werden sie euch
von selbst in die Hände laufen^). Die Einkünfte von den
Silbergruben in Laurion und, was sie jetzt sonst vom Lande und aus den
Gerichten^) einnehmen, das werden sie sofort verlieren; am meisten
aber werden sie es an den Einkünften von den Bundesgenossen
empfinden, die ihnen nicht mehr so zufließen werden, denn wenn diese
erst die Ueberzeugung gewonnen haben, daß eurerseits der Krieg mit
Entschiedenheit betrieben wird, so kümmern sie sich wenig mehr um
die Athener."
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Adolf Wahrmund (Translator). Stuttgart. 1864.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.