Volksherrschaft habe weder Verstand, noch gewähre sie Gleichheit, und die
Reichen seien zum gut Regieren am geschicktesten. Ich aber sage'für's
Erste, daß unter dem Volke Alle einbegriffen sind, der Adel aber
nur einen Theil bildet,'^— dann,, daß zwar die Reichen die Finanzen
am besten leiten können, zum Berathen jedoch die Verständigen die
Besten sind, und zum Entscheiden das ganze Volk; nachdem es diese
angehört hat. Und so haben alle Klassen im Ganzen wie im
Einzelnen bei einer Volksherrschaft gleiche Rechte. Eine Adelsherrschast
aber läßt zwar der Masse ihren Antheil an den Gefahren-vom Nutzen
aber zieht sie nicht nur den größeren Theil, sondern sie. steckt ihn:
gleich ganz und gar ein. Und das ist es auch, wonach ihr Reichen
und ihr jüngeren Leute strebt, doch in einer großen Stadt ist das
nicht durchzusetzen. Aber wenn ihr dümmsten aller Menschen auch
jetzt noch nicht einseht, daß ihr Unheilvolles herbeizuführen strebt,
so entbehrt ihr entweder unter allen Hellenen, von denen ich weiß,
am meisten jeder Einsicht, oder ihr seid die größten Schurken, sosern
ihr nämlich mit Wissen solches wagt." .. i i '
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Adolf Wahrmund (Translator). Stuttgart. 1864.
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